die Zeit vergeht .... 2006 

3. Bericht nach 12 Monaten

 

Am Montag den 10.04.2006 waren Mathilda und Semi 1 Jahr hier. 

Aus dem anfänglich recht schwierigen, fast unberechenbaren Semi ist mittlerweile ein relativ gelassener Hund geworden, der sich zwar noch nicht in allen Bereichen sicher bewegt, doch trotzdem von uns mittlerweile recht problemlos überall mit hingenommen werden kann. In kniffligen Situationen sichern wir ihn mit einem leichten Maulkorb ab, an den sich Semi gut gewöhnt hat. Innerhalb unseres Hauses und Grundstückes ist Semi ein sehr wachsamer Hund, außerhalb orientiert er sich weitgehend an uns und unserem Verhalten. Zeigen wir ihm deutlich, dass es keinen Grund zur Aufregung gibt, bleibt er ruhig und gelassen. Im Büro bin ich recht dankbar für seine klare Grenzensetzung was Besucher und fremde Leute betrifft - so kommt wenigstens keiner auf dumme Ideen. Zu unseren Fahrern ist er zurückhaltend freundlich, aber deutlich sichtbar wachsam. Fremde auf dem Grundstück meldet er zuverlässig und Besucher die er kennt, begrüßt er sehr verhalten. Vertreter und andere unerwünschte Personen lässt er auf Zuruf herein, beobachtet aber sehr genau, wie und wohin diese sich bewegen. Auf der Straße bewegt sich Semi mittlerweile sicher - er greift nicht mehr Alles und Jedes wahllos an. Semi achtet sehr darauf, dass mir (seinem Frauchen) niemand Fremdes zu nahe kommt, wenn wir in Feld, Wald und Wiese unterwegs sind. Der Hund hat sich extrem zu seinem Vorteil verändert, seine Ausraster sind deutlich seltener geworden, seine Angstangriffe gegenüber allem Fremden sind fast völlig verschwunden. Der Hund ruht inzwischen deutlich sichtbar in sich selbst und zeigt mittlerweile ein klares Minenspiel. Sein Rutenstummel zeigt Freude und ist nicht mehr nur nach unten gerichtet und eingeklemmt. Semi wedelt mit dem ganzen Hinterteil, sobald er jemanden erblickt, den er kennt und mag!

Mit Semi muss man arbeiten und tut es ständig auch unbewußt. Es hat lange gedauert bis der braune Hund deutlich zeigte, dass er Zuhause angekommen ist. Es hat noch länger gedauert, bis wir zum ersten mal den dicken Bauch angeboten bekamen - zum kraulen. Es hat nicht ganz so lange gedauert, bis wir in seinem Augen lesen konnten, ein Mienenspiel bot er uns zunächst ja nicht an. Heute können wir sein Brummen einschätzen - ob böse - oder nicht ernst gemeint. Denn Semi brummt auch beim spielen. Ja - der braune Hund hat auf seine alten Tage spielen gelernt und ist mit Feuereifer dabei - solange das Spielzeug weich ist. Also mit einen Socken oder seinem "Knuffeltuch" - ein von ihm gestohlenes altes T-shirt von mir - spielt er fröhlich und ausgelassen. Ab und zu lässt er sich auch zu einem kurzen Ballspiel animieren - doch das gelingt eher selten. Hin und wieder gelingt es unserer alten Lady ihn zu einer Toberunde im Garten zu überreden, dann fegen die beiden Hunde herum, dass die Grasbüschel nur so fliegen.

Der braune, dicke Wuff hat inzwischen akzeptiert, dass er vom Sofa unten bleiben soll und neuerdings liegt er sogar im Schlafzimmer vor meinem Bett. Kurze Versuche sich dort hinein zu schmuggeln werden immer mal wieder unternommen, aber es kommt zu keinen ernsten Kompetenzproblemen mehr. Wenn wir das möchten, geht er. Er meckert zwar ab und zu, aber das klingt inzwischen deutlich anders als am Anfang hier bei uns. Semi tappert begeistert mit uns überall hin. Steckt sehr interessiert und aufmerksam seine Nase überall rein und man sieht, dem Hund gehts hier gut, er fühlt sich wohl und weiß, was er darf und was nicht. Ab und zu packt ihn der Übermut und er klaut sich aus dem Wäschekorb eine Socke, die trägt er dann stolz herum, bis sie nur noch aus Löchern besteht, denn er kaut ständig darauf herum. Aber wenn das mittlerweile alles ist, was er an Schaden fabriziert - Socken kosten nicht die Welt. Und ein bisschen Spaß muss man ihm ja auch gönnen - dem alten Sockendieb. Michael ruft Semi schon seit den ersten Sockendiebstählen "Socke" und Semi hört darauf wunderbar. Weniger lustig findet der braune Hund es, wenn man ihm eine Socke überzieht. Semi zerbeißt immer mal wieder seine Vorderbeine und da er alle anderen Arten von Verbänden konsequent abreist, bleibt oft nur der Weg einen blau bestrumpften Hund aus ihm zu machen. Kämmen und Bürsten findet er toll, da wird er lang und länger. Man glaubt gar nicht wieviel Wolle von dem stockhaarigen Hund runter kommt. Die Flusen lassen wir im Garten liegen - die Vögel freuts.  

Mit Chica hat Semi ein Verständigungsproblem. Der Hund meiner Ma ist absolut gehörlos und bekommt so mache Laut und Warnsignale dadurch einfach nicht mit. Wenn Semi also nun brummend da steht - weil er sie z.B. nicht durchlassen möchte - dann rempelt sie ihn völlig unbefangen an oder flutscht unter ihm durch. Das führt dazu, dass Semi sauer wird und wirklich böse zu ihr ist. Um solche Situationen zu vermeiden, muss halt immer jemand in der Nähe sein, damit die taube Chica da nicht in Gefahr kommt einmal gezwickt zu werden. Semi überwacht aber trotzdem liebevoll die alte Hündin auf unseren Gassigängen, zuhause geht sie ihm eigentlich mehr auf den Nerv, weil sie ihn halt einfach nicht versteht und obendrein ein sehr lauter Hund ist.

Wenn Semi heute mit glänzenden Augen und wedelndem Stummelchen vor uns steht - dann wissen wir, es war gut und richtig, ihn zu uns genommen zu haben. Seine leuchtenden Augen, die steil aufgestellten Ohren und sein Hampeln beim Wedeln ist das schönste Dankeschön das er uns geben kann. Semi ist mittlerweile 11 Jahre alt geworden und eigentlich der fitteste von unseren Hunden.

 

Mathilda, unser Tildchen oder auch kurz Tildi gerufen, hat kräftig abgespeckt und unter der soliden Speckschicht war ein kleiner, flinker und sehr agiler Minihund verborgen. Die kleine Maus fegt fröhlich durch den Garten, verträgt sich mit Hinz und Kunz, ist ein überaus freundliches Hundetier und Jeder - aber wirklich Jeder - der sie einmal auf dem Arm hatte, ist restlos begeistert von ihr und ihrem Charme. So klein wie sie ist, so überzeugend ist sie auch. Zum Beispiel wenn es um ihr Fresschen geht. Da wird gebellt bis der Napf unten steht - keine Sekunde ohne Hintergrundgeräusch des Minis beim abendlichen Futter machen. Erst wenn das Schüsselchen auf ihrem Futterplatz steht, geht das Gebelle in lautes - etwas unfeines -Schmatzen über.

Sie verscheucht den Großen vom Wassernapf mit lautem Grollen, weil - säuft der Große, dann will sie auch.. sie verscheucht Lady von der Sofaecke - das ist immerhin ihre Sofaecke, eigentlich war es mal Ladys Sofaecke, aber Tildchen sieht das anders.

Sie drängt sich dazwischen, wenn es um Streicheleinheiten geht, das Schnäuzchen stupst energisch gegen den Arm damit man zuerst sie krault. Sie ist immerhin der Mini des Hauses und der hat bekanntlich Narrenfreiheit..

Tildchen hat eine einzige - wirklich für sie als Kleinsthund - "gefährliche" Unart. Sie fixiert Hundenasen.. und das geht so: Der Minihund wackelt fröhlich - freundlich bis vor das begehrte Objekt, setzt sich auf den Minipopo - Schwänzchen dabei kerzengerade abgelegt - und mustert den betreffenden Hund sehr genau. Der Blick geht von den Pfoten, über die Brust hoch zum Hals und von da aus ins Gesicht des Hundes vor den sie sich hingepflanzt hat. Dann kann man beobachten wie die Miniohren in "Habachtstellung" gehen, das kleine Mäulchen beginnt zu grinsen..
-> ...ein sehr fröhlicher, kleiner Hund, denkt der ahnungslose menschliche Betrachter in dieser Sekunde noch... <-
der vom Mini so fixierte Hund nimmt das sowieso nicht ernst und plötzlich.. -- aus dem Nichts heraus hopst Tildchen hoch, schnappt nach der Radiergumminase des fixierten Hundes und wuselt dann schnellstens in Deckung.

Der attackierte Wuff ist in aller Regel so groß, dass der Mini die Nase nicht erwischt, aber die Wirkung des Angriffs lässt oft nicht lange auf sich warten. Der hochbeinige, noch sehr junge Podencomix, bei dem wir das zum erstenmal beobachten konnten, war so verdutzt, dass er starr und steif sitzen blieb. Das dazugehörige Frauchen bog sich vor Lachen, wir weniger... was, wenn einmal einer der großen Hunde zurück beißt ?

Das nächste Opfer war unser Semi, da gab es allerdings eine Vorgeschichte dazu und Tildchens Nasenangriff war reine Rache. Semi schnappte nach ihrem Näschen als sie - neugierig wie sie nun mal ist - außen am Wäschekorb herum schnufferte. Da Semi der Meinung ist, als einziger das Recht zum Socken klauen zu haben, zeigte er dem Mini wo es lang ging. Erschrocken machte die Kleine quikend einen Satz rückwärts und lies den Wäschekorb Wäschekorb sein. Es kam der Tag X und Semi lag festschlafend auf dem Hundesessel und lies 2 Pfoten und die Nase über die Kante baumeln. Tildchen trabte frohen Trippelschrittes ins Wohnzimmer, bremste herzhaft ab als sie schon halb an Semi vorüber war und drehte im Schleichgang bei. Sie baute sich vor dem schlafenden Semi auf, beguckte sich die dicke, braune Nase eine ganze Weile in aller Ruhe und schlug dann unvermittelt und grinsend mit einem leisen Quiker zu. Treffer! So flink wie ihre kurzen Füßchen sie trugen, wuselte sie in ihr Häuschen. Semi saß senkrecht und wie vom Donner gerührt auf dem Sessel - der arme Hund wußte überhaupt nicht was und wer ihn in die Nase gezwickt hatte. Ich hätte schwören können, im kleinen Hundehäuschen saß eine kleine, braune Hundemaus und kicherte lautlos vor sich hin.

Alles in allem können wir sagen, der kleine Hund hat in dem Jahr begriffen, dass es ihm hier gut geht. Fröhlich und freundlich ist sie von Anfang an gewesen, aber inzwischen ist sie sich bewußt, niedlich zu sein und sie nutzt es auch in vollen Zügen aus. Sie "versteht" unter Umständen immer noch kein Wort Deutsch - kommt drauf an ob sie verstehen will oder nicht. Sie schaut aber nach der Handsprache, die versteht sie sehr gut und in aller Regel kommt sie auch den Aufforderungen nach. Tildchen ist ein Schmusehund, kaum sitzt man irgendwo, schiebt sich eine kleine Nase unter dem Arm durch, sie stupst mit dem Näschen, legt sich auf den Rücken und paddelt mit den Pfötchen nach den Händen, damit diese auch wirklich weiter kraulen. Unsere Dackeline ist ein sehr reinliches Tierchen - sie putzt! Allerdings nicht nur sich, sondern auch alles andere was sie erwischen kann. Sofa, Kissen, Pfoten, Hundebäuche, Hände, Stuhlbeine - egal - hauptsache es lässt sich abschlecken. Gesundheitlich ist inzwischen alles wieder ok mit ihr. Sie wird alt - sichtbar alt. Die Ohren werden langsam grau, die Augen haben den grauen Star, und ihr Gehör lässt langsam immer weiter nach - trotzdem, jetzt geniest sie ihr Leben in vollen Zügen. Hat überall ihre Nase drin, freut sich über jede Ansprache, jede Streicheleinheit und sie sitzt oder liegt sehr gern in der Sonne. Sobald diese scheint ist Tildchen auf der Terrasse oder im Gras. Unsere kleine, inzwischen fast 14 jährige Ungarin macht uns nur Freude und ist ein kleiner Sonnenschein.

Chica, mittlerweile 15 oder sogar schon 16 Jahre alt, - genau wissen wirs ja nicht - fühlt sich hier heimisch. Sie hat mit unseren Hunden wenig Probleme, außer mit Semi - der einfach nicht begreift, dass sie ihn nicht hören kann. Fröhlich läuft sie mit uns auf den Gassirunden, je nach Tagesform klappt auch die ganz große Runde noch. Friedlich und manchesmal sogar übermütig fordert sie die Mädels zum spielen auf und kassiert in aller Regel nur Absagen von unseren Weibern. Mit Semi spielt sie nicht - der ist ihr zu groß und zu grob. Sie frisst hier munter und in einem Zug ihre Schüssel leer - zuhause lässt sie die über den ganzen Tag stehen - das geht hier nicht, die wäre schneller leer wie sie sich umdrehen könnte. Ihr "Laternenwedelchen" leuchtet über ihren breiten Rücken, wenn sie fröhlich wedelnd durch den Garten streift. Unser "Flusentier" ist einfach alt, in ihrem Verhalten, in ihrer etwas schrulligen Art, mit ihrem Arthrosehumpeln und ihrer Taubheit - aber immer noch sind ihre Augen überall, immer noch ist die Nase mittendrin und dabei und immer noch gibt sie sich Mühe im Rudel mitzuhalten. Chica ist immer noch ist sie Unüberhörbar - sie bellt bei jedem Schritt einmal. Pfoten und Stimmbänder müssen bei ihr direkt miteinander verbunden sein. Unser cremefarbener, zotteliger Wochenend- und Urlaubshund bringt immer Schwung in die Bude, immer Unterhaltung in das Rudel und sie quirlt auf ihre unvergleichliche Art alles durcheinander.

Lady.. mein Kummerhund und meine längste Weggefährtin aus diesem Rudel. Seit mittlerweile 12 Jahren begleitet mich meine "Kampfkuh" jetzt. Mein geschecktes Monster, der Hundeschreck der gesamten Nachbarschaft, egal ob Mensch oder Hund - jeder hatte Respekt vor ihr. Mittlerweile ist sie ruhiger geworden, aber nicht vernünftig. Im vierten Quartal des letzten Jahres baute sie ab, langsam aber stetig, immer mehr. Wir befürchteten schon, dass wir sie nun nicht mehr lange haben würden. Ihre Knoten, Mamatumore und Krebsgeschwüre wachsen, ein Gewächs davon ist schneller als die Anderen.

Sie fras schlecht, mochte nicht mehr toben, mochte nicht mehr weit spazieren gehen, nahm ab und wurde zusehends kantig. Der ganz normale Lauf bei einem alten Hund - wir kennen es ja, wissen das es ab da eine Phase des Auf und Ab gibt, die sich noch oft wiederholen würde.

Im Geiste hatten wir von ihr schon Abschied genommen... betüddelten sie sehr und das fand sie auch toll - so toll, dass sie die Leidende spielte... denn organisch war - außer ihrem schon lange bekannten Herzfehler - nichts festzustellen. Der Rat meines Tierarztes war folgender: "Beachte das Getue mal nicht zu sehr - die lässt sich hängen und schauspielert, die hat nichts, jedenfalls nichts was wir nicht schon wüßten" Was soll ich sagen, unser Tierarzt hatte recht. Sobald wir auf ihr Gejammer und ihre Leidensmiene nicht mehr eingingen, das Ganze einfach ignorierten - fras sie wieder. Sie legte etwas an Gewicht zu, konnte plötzlich wieder spielen und wurde auch sonst wieder ausgesprochen munter. Sie konnte wieder stundenlang in den Rheinwiesen stöbern - ohne Müde zu werden. Plötzlich konnte sie wieder freudig mit jedem anderen Hund Krach anfangen, sie hatte wieder Spaß am Leben, am Raufen und und und.... Sicher wird sie eines Tages diese Symptome nicht nur markieren, meine Süße ist inzwischen auch 13 Jahre alt und das merkt man auch. Ich sehe, dass sie optisch alt wird. Ich sehe die Veränderungen in ihrem Gesicht, in ihrem Verhalten - aber Fremde sprechen mich oft an, dass wäre doch ein junger Hund und sind dann ganz erstaunt, dass sie doch bereits 13 Jahre alt ist. Lady ist munter, frech wie Oskar, gelenkig wie in jungen Jahren und doch sie hat Tage dazwischen, da gehts einfach nicht. Und die sind nicht geschauspielert, die sind dann echt.

Sie frisst wieder mit Begeisterung und mehr als je zuvor. Mittlerweile hat sie ihr altes Gewicht wieder und das Kantige ist völlig verschwunden. Sie klaut noch immer vom Tisch, bellt immer noch Jeden an der am Zaun vorbei geht und sie geht immer noch stur ihre eigenen Wege. Ihre Augen sind vom grünen Star betroffen, aber ihre Ohren sind noch sehr gut - nur hören wollen und hören können, das ist ein eigenes Thema. Wenn meine schwarzweisse Kampfkuh zur Höchstform aufläuft und mit ihrem Gestänker andere Hunde in die Flucht treibt, dann denk ich oft, daran sollten wir immer noch und immer wieder arbeiten - andererseits - sie war ihr Leben lang ein Giftpilz gegenüber anderen Hunden, warum sollte sich das jetzt auf ihre alten Tage verändern? Sie hat klar die Rudelführung hier, sie bestimmt zuhause was die restlichen Hunde dürfen und was nicht und hält das Führungszepter weiterhin fest in den weissen Pfoten. Sie kommt morgens zu mir ins Bett gehopst, verlangt ihre Kraul und Streicheleinheiten sehr klar und deutlich. Sie setzt ihren Dickkopf durch und wenn ich wirklich mal was von ihr will und das sofort - dann klappt das auch. Lady weiß ganz genau, was sie sich erlauben kann und was nicht - wann sie zu hören hat und wann ich es ernst meine. So war sie immer - so ist sie jetzt auf ihre alten Tage auch noch. Ich hoffe, dass die alte graue Nase ihren Dickkopf und ihren damit verbundenen Charme noch lange Zeit behält und uns weiter erhalten bleibt. Man darf bei ihr nie vergessen - sie ist und bleibt ein sehr kranker Hund - auch wenn man es ihr zur Zeit nicht anmerkt. Worüber wir alle sehr froh sind.

Das eine Jahr mit den beiden neuen Hunden und unserer Lady und Gasthund Chica ist so schnell vergangen.. dieses eine Jahr hat uns viel Freude und Spaß, aber auch so manche heikle Situation gebracht, so manche Träne fließen lassen.. und sie sind alle noch da. Alle fröhlich - freundlich und ihrem Alter entsprechend fit. Auf ein weiteres Jahr mit dem flotten Oldie - Dreierpack!

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4. Bericht nach fast 18 Monaten mit den "neuen" Oldies Semi & Tildi / bzw. fast 5 Monaten mit dem jungen Problem-Neuzugang Nora

24.09.2006 

Nachdem nun einige Monate vergangen sind, mal wieder ein neuer Bericht über unsere Hundebande.

Unsere alte Kampfkuh Lady (13,5 Jahre) hatte zwischenzeitlich einen leichten Schlaganfall. Ich kam zur Mittagspause nach Hause und fand mein schwarzweisses Mädchen wie folgt vor: Schiefes Gesichtchen, das eine Äuglein zugekniffen und stark tränend, der Mundwinkel war verzogen und sie lief “unrund”, heißt sie ruderte mit einem Vorderbein stark, während der Rest ganz normal bewegt wurde. Lady war sehr still und zurückgezogen wärend der nächsten Tage, die Behandlung schlug aber gut an, heute sieht man von dem Schlaganfall kaum noch etwas, nur ihr Schnäuzchen ist weiterhin ein ganz klein wenig schief. Einem Fremden fällt dies wahrscheinlich gar nicht auf, doch wir sehen es halt. Als die Sache hochakut gewesen war, ist sie vermutlich nach dem Aufstehen hingefallen und hat sich wohl dabei heftig die Schnauze aufgeschlagen, denn ihr fehlen seit diesem Tag oben rechts drei Zähnchen.

Mittlerweile geht es ihr wieder gut, Lady hat sich nun doch enger an uns angeschlossen, schmust viel und gern und sucht nun im Alter und nach dem Schlaganfall mehr und mehr unsere Nähe. Sie geht immer noch gern im Rhein schwimmen und läuft fröhlich auf den Gassirunden mit. Ihre Tumore sind zur Zeit wohl in einer Art Stillstandphase, was uns sehr freut. Sie bildet zwar immer mehr kleine Knubbel an den unterschiedlichsten Stellen, aber die wachsen kaum und darüber sind wir natürlich sehr erleichtert. Lady leckt viel an ihrem mittlerweile recht groß gewordenem Bauchtumor herum, sie legt sich immer öfter abends in feuchte Gras oder auf die Fliesen um ihren Bauch zu kühlen. Weh tut ihr der Tumor nicht, aber er beginnt sie zu stören. Wir werden es weiter beobachten und wenn Lady damit wirkliche Probleme bekommt, nach einer Lösung suchen müssen.

Lady ist ihrem Alter und ihrem Gesundheitszustand entsprechend trotzdem recht munter, fröhlich und verschmust. Sie hat sichtlich Spaß am Leben, tobt manchmal mit Nora herum, dass die Grasbüschel  nur so fliegen. Aber unser altes Mädchen hat mittlerweile auch sehr ruhige Phasen in denen sie viel schläft. Zur Zeit gibt sie mehr und mehr von ihrer Machtstellung an Nora ab, was wir natürlich nicht gern sehen, aber auch nicht verhindern können. Wir hoffen nur, dass sie dem Irrwisch Nora viel Gutes beibringt, bevor der Machtwechsel in der Rudelführung komplett erfolgt ist. Denn Nora ist ja immer noch kein einfacher, zugänglicher oder normaler Hund.

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Sonnenscheinchen Tildi (14 Jahre) ist sichtbar alt geworden, ihr Gesichtchen und die Pfötchen sind grau inzwischen und der Ansatz zu den Öhrchen ebenfalls. Auch ihr kleines Wedelchen schimmert nun graumeliert, aber es steht niemals so ganz still.

Unser Kleinstes war vor kurzem sehr krank, sie quälte ein Virusinfekt so sehr, dass das kleine Mäuschen ein Wochenende in einer  Tierklinik am Tropf verbringen musste. Die kleine Maus ist bestimmt nicht wehleidig, aber so wie in dieser Zeit haben wir sie nie zuvor erlebt. Wenn dieser kleine Hund nichts mehr frisst, sich nicht mehr bewegen oder gar hinlegen möchte, dann ist er wirklich sehr krank. Nach fast einer Woche Dauerdurchfall der so flüssig wie Wasser war und in denen sie fast 2 Kg abgenommen hatte - in der Woche waren wir ständig beim TA, nichts half wirklich -  blieb uns, mit dem vor Bauchkrämpfen gekrümmten Hundchen, Samstags in der Früh nur noch der Weg in die Tierklinik. Nach dem Wochende in der Tierklinik mit einigen Infussionen ging es endlich wieder bergauf, auch wenn es noch fast eine weitere Woche dauerte, bis man sagen konnte, sie ist soweit wieder ok. Nun frisst sie wieder, wedelt endlich wieder fröhlich, bellt wenn ich Futter mache - weil sie nicht abwarten kann - wie früher, sonnt sich mit hingabe und bettelt wieder um zusätzliche Extrastreichler. Aber sie läuft nicht mehr so weit mit uns Gassi, hopst auch nicht mehr selbstständig aufs Sofa, schläft sehr, sehr viel und fest.

Sobald wir sie aber anleinen, gehts los - sie wedelt vor Freude, es geht ihr nicht schnell genug raus, deshalb wird gebellt und gehopst bis endlich die Haustür aufgeht, ihr Näschen ist draussen ständig in Bewegung, die Öhrchen aufmerksam hochgeklappt, jedes Mauseloch wird gründlich inspiziert, jedes Fizzelchen Papier genauestens abgeschnuffert unterwegs. Bei jedem Trippelschrittchen geht das Wedelchen freudig hin und her. Unser Sonnenscheinchen verträgt nicht mehr alle Sorten Futter, sie ist empfindlich geworden - nicht wählerisch, denn fressen würde sie alles was man ihr vorsetzt.Mittlerweile wird sie mit Nudeln und gekochtem Huhn gefüttert, ab und zu auch mal mit gekochten Kartoffeln und Rinderhack und sie braucht unter ihr Futterchen täglich einen Teelöffel Heilerde. Sie frisst wieder mit Begeisterung und das macht uns sehr froh. Jetzt muss sie nur endlich wieder ein wenig zunehmen, denn zur Zeit wirkt sie sehr knochig und kantig. Obwohl diese Mini ein sehr stiller und unauffäller Hund ist, hat sie uns Allen - an dem Wochenende in dem sie in der Klinik war - sehr gefehlt. Semi suchte sie in allen Ecken, Lady saß mal wieder jammernd im Flur, selbst Nora war anders als sonst, obwohl die beiden Dackelinen sich ja nicht gerade heiß und innig lieben. Michael saß abends etwas verloren auf dem Sofa - denn es fehlte die Mini die sonst immer dicht bei ihm liegt und sich kraulen lässt. Björn, der zur Zeit Zivildienst bei einem Rettungsdienst macht, rief mehrfach pro Tag an und fragte wie es der Kleinen ginge. Und ich hatte echte Bedenken, ob die kleine, zarte und alte Maus das schaffen würde. Es ist nochmal gutgegangen.... Gott sei Dank!

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Semi, unser alter Brummbär (11,5 Jahre), hat uns in den letzten Wochen immer öfter bewiesen, dass er in der Zeit bei uns doch was gelernt hat. Zum Einen waren wir mit ihm jetzt schon mehrfach in Restaurants zum Essen und unser brauner Bär hat sich tadellos benommen. Legte sich brav unter den Tisch und war weder zu sehen, noch zu hören. Zum Anderen zeigt er plötzlich, dass er auf Handzeichen gehorchen kann. Gerade in der Zeit als es der Mini so schlecht ging und ich Zwischenfüttern musste, überraschte mich Semi des öfteren positiv. Denn wenn die Mini Mittags frisst, bekommen die anderen 3 natürlich nichts. Lady ruf ich ins “Sitz”, Nora muss ich immer noch festhalten und Semi ?? Der kam heran, wollte natürlich auch etwas haben und ich rief ihm “Stopp” zu und machte dabei das Handzeichen zum stehen bleiben. Er blieb sofort stehen, halb drinn in der Küche, halb draussen auf der Terrasse stand er bestimmt 5 Minuten still und wartete brav bis die Mini fertig gefressen hatte. Erst als das “Auflösungszeichen” von mir kam, bewegte er sich komplett nach drinnen.

Auch draussen im freien Feld zeigt er mehr und mehr das er durchaus was kapiert hat, auch wenns deutlich länger dauerte als bei den anderen Hunden. Er geht unheimlich gern an seiner 10 Meter Leine mit mir allein spazieren, dann kann er sein eigenes Tempo gehen ohne Rücksicht auf die beiden Dackelinen nehmen zu müssen. Da kann er plötzlich übermütige Bocksprünge machen, die bei dem steifen alten Herrn zum Brüllen komisch aussehen und er kann dann auch sehr gut hören. Semi zeigt keinerlei Aggressionen mehr unterwegs. Sicher - er mag es nach wie vor nicht, wenn Motorräder sehr dicht an ihm vorüberfahren. Doch im Gegensatz zu früher legt er heute nur noch die Ohren an, guckt nach mir und tappert einfach weiter. Er versucht nicht mehr nach dem Fahrzeug zu beißen oder gar hinterher zu sprinten. Gesundheitlich ist Semi der gesündeste von unseren vier Hunden. Seine Leberwerte sind immer noch ok, sein offenes Bein heilt ab und
wenn er einfach mal diese Knabberei lassen würde, dann wäre auch das kein Problem mehr. Gästen gegenüber ist er mittlerweile recht aufgeschlossen, beim letzten Forentreffen tapperte er von Einem zu Anderen und bettelte ungestüm nach Streicheleinheiten. Er war zwar mit Maulkorb gesichert, aber so wie er sich präsentierte war das eigentlich nicht mehr nötig. Der Braune ist ja schon immer ein etwas behäbiger Hund, aber wenn ihn der Übermut packt, spielt er grobmotorisch - aber gut gelaunt - mit seiner Spielsocke, die er heiß und innig liebt. Mit Nora kämpft er gelegentlich, was aber nie von ihm ausgeht, aber wer lässt sich schon gern in den Stummelwedel beißen oder vom
Sofa aus ins Kreuz springen?  Nora provoziert es und bekommt ab und zu liebevoll eins von ihm übergebraten - so ganz ernst nimmt er ihre hinterhältigen Attacken Gott sei Dank nicht, denn sonst wär vermutlich inzwischen keine heile, zweite Dackeline mehr da.

***

Nora... (ca. 4 jährig)  liebenswertes Mistviech und Sorgenhund in einem. Diese Dackeline ist ja noch relativ jung, was einiges entschuldigt aber eben bei weitem nicht alles. Nachdem sie endlich kapiert hatte, dass man bei uns ungebissen und unbesorgt fressen kann, fing sie an auszuprobieren wie gut oder schlecht das Nervenkostüm von uns allen ist. Damit sind die anderen Hunde im Rudel ebenso gemeint wie wir Menschen.

Nora zeigte uns recht bald ihre kräftige Stimme und tut es noch. Tagsüber ist dieser Blecheimer auf Pfoten noch halbwegs zu ertragen, aber sie verlegte eine etwas dezentere und auch leisere Art zu bellen auf Nachts! Heißt, in dem Moment wo wir das obere Stockwerk betraten um schlafen zu gehen, ging die “dicke-Backen-Wufferei ” los. Fortwährend hörte man ohne Unterbrechnung und über Stunden ein zwei gedämpfte Wuffs - kurze Pause - 1-2 Wuffs..und so weiter...  von abends um 11 bis morgens um 5 Uhr wenn der Erste von uns aufstehen musste ging das so.

Nun schlafen die Männer in dieser Familie sehr fest und bekommen nur halb soviel mit von dem was so Nachts bei uns los ist - nur ich, auf die Hunde gedrillt und Nachts immer mit einem Ohr im Hundekorb - hörte das gedämpfte Dauerwuffen mehr oder weniger ständig. Dieses Wuffen lies sich durch nichts, aber auch gar nichts, unterbrechen oder abstellen. Wir hatten das volle Anti - Bell - Programm durch....keinerlei Wirkung.

Ein solcher Hund treibt einen in den Wahnsinn.  9 1/2 Wochen - dann war sogar ich soweit, dass ich sagte: “Es reicht! Wenn wir jetzt keine Lösung finden, dann muss ich sie schweren Herzens zurück ins TH bringen.. “ Bedröppelte Gesichter innerhalb der Familie, doch keiner Widersprach mir - denn sie wußten alle, so gehts nicht mehr weiter. Was aber auch bedeutet hätte, dieser Hund wäre bei jeder Vermittlung ziemlich sicher wieder zurück gekommen..  Nora hatte nun soviel gelernt, sollte es an ihrer Wufferei nun doch noch scheitern? Wir baten bei Frau Rotter vom Tierheim wieder einmal um Hilfe - sie ist unser Ansprechpartner für die Probleme mit den Pflegehunden. Markus, der Hundetrainer vom Tierheim, war leider zu der Zeit in Urlaub und Inge Rotter sagte: “Sucht euch vor Ort einen Trainer der sich das ansieht und anhört und euch dann was dazu raten kann. Wenn ihr sie zurück bringt, dann bringt sie auch jeder Andere zurück”, womit sie zweifellos recht gehabt hätte. Wir gaben nicht auf und suchten nach neuen Wegen. Spontan fiel mir Dorothee Britschgi ein, die mit ihrer Hundeschule zwar auch nicht gerade ums Eck bei uns ist, aber mit der ich tagtäglich Kontakt hatte und habe und deren Arbeitsweise mit den Hunden wir im Urlaub kennen gelernt hatten. Ich schilderte ihr schriftlich unser Problem und bekam schnell kompetenten Rat und auch neue Wege aufgezeigt - Wege die wir bis dahin nicht kannten. Erklärungen die einleuchteten und Anweisungen die auch logisch und durchführbar waren. Nach weiteren elf, zum Teil anstrengenden, Nächten hatte Nora begriffen, es hat Ruhe zu sein, es sei denn es ist wirklich was Ernstes zu melden. Kaum hatten wir auch das Problem allmählich im Griff und schon packte diese kleine, wandelnde Katastrophe die nächste Sache aus ihrer Überraschungskiste aus.

War sie anfangs draussen nicht in der Lage auch nur drei Schritte alleine zu gehen ohne vor Angst zu schlottern und im Boden zu versinken, wurde sie nun übermütig. Fiel sie früher bei einem fremden Beller sogar ohne Sichtkontakt mit dem bellenden Hund einfach vor Angst in sich zusammen, ging sie nun mit gestellter Bürste nach vorn.. sie wurde zum Zaunkläffer!! Mit Hilfe von Rappeldose und Dorothees Ratschlägen wurde auch das nach und nach weniger - ganz in den Griff haben wir es noch nicht bekommen, aber es wird...  wir arbeiten weiter dran.

Und weil sie gerade dabei war uns zu testen, hat sie noch zwei -nicht sehr schöne- Eigenschaften ausgepackt. Zum Einen fällt sie ohne Grund mal eben Semi oder Lady aus dem Hinterhalt an, um dabei den Kürzeren zu ziehen - denn wer lässt sich schon ohne ersichtlichen Grund schnappen und zwicken? Die Attacken gegen die andere Hunde unseres Rudels regeln die Damen und der Herr unter sich - ich greife nur ein wenns zu dolle wird, aber Nora muss lernen, dass man nicht einfach nur so und weil einem zu wohl ist, mal eben einen anderen Hund zwicken kann und darf. Lediglich als sie ihre fiesen Spielchen auch mit der Mini trieb, die Nora gegenüber absolut wehrlos war und ist, hab ich sie derart zusammen gestaucht, dass es tatsächlich eine sofortige Verhaltensänderung gegenüber der Kleinsten gab.

Zum Anderen entwickelt sie sich zum Angstbeißer - heißt: sie geht bei einer günstigen Gelegenheit schrill keifend nach vorn, haut die Klappe zu, pieselt dabei unter sich und rennt dann um ihr Leben... selbstverständlich hysterisch dabei kläffend! An der Angriffssache gegen unsere Gäste und auch auf der Straße arbeiten wir noch. Allerdings ist auch hier wieder sehr viel Geduld geboten... so klein sie ist, so giftig kann sie auch sein und dabei hat sie eigentlich nur Angst! Vor was eigentlich?? Keiner tut ihr hier was.. nur sie selbst agiert..

Nora ist gesundheitlich mittlerweile recht fit, sie hat zugenomen und man sieht die Rippen nicht mehr soi deutlich hervorstehen. Die Narben von den Bisswunden an der Seite wird sie ein Leben lang behalten, doch ihr Fell verdeckt diese zum größten Teil. Nora hat einen Spiel-Enten-Tick, heißt sie sammelt Gummi-Badeenten, denen sie zu allererst mal den Schnabel abbeisst und die sie dann -ähnlich einem Schnuller- stets und ständig in Maul herumträgt. Sie frisst mittlerweile alles was ich ihr vorsetze und das völlig problemlos. Die Nächte schläft sie mittlerweile durch und sie meldet Nachts nur noch, wenn es auch wirklich was wichtiges zu melden gibt. Zwischendurch meinte sie, sie müsse sich mit Lady die Rudelführung teilen - inzwischen sieht es leider so aus, als würde sie diese auch tatsächlich nach und nach immer mehr übernehmen... was mir in anbetracht ihres Verhaltens überhaupt nicht gefällt, sich aber leider nicht verhindern lässt. Ich hoffe nur, dass Lady ihr alles Wichtige & Notwendige beibringt, bevor der Machtwechsel endgültig vollzogen ist. Und ich hoffe, Lady behält einige Privilegien für sich.. denn sonst seh ich hier schwarz was die Rudelführung betrifft.

***

Innerhalb des Rudels hat sich mittlerweile alles recht gut ergeben. Die vielen Probleme, die durch den relativ jungen und extrem ängstlichen, unsicheren Hund "Nora" auf uns und die anderen Hunde in der ersten Zeit zukamen, sind mittlerweile fast alle Schnee von gestern. Dafür gibt es heute eben andere Probleme an denen wir arbeiten müssen - oder die wir hinnehmen müssen - bei jedem der 5 Hunde ( Gasthund Chica mitgerechnet).

Tildchen, die Nora ja am Anfang überhaupt nicht akzeptieren wollte, schläft nun einträchig mit ihr auf der selben Decke. Dicke Freunde sind die beiden Dackelinen nicht geworden - aber man hat sich arrangiert und lebt nun gut nebeneinander her. Die Kleinste liebt Semi heiß und innig, Ladys Art mit ihr umzugehen nervt sie ab und zu und unsere Chica empfindet die Mini als harmlos und umgeht sie halt einfach.

Lady, die anfangs in Nora eine Spielfreundin gesehen hat, hat inzwischen begriffen das hier ein neuer Rudelführer nach rückt - sie gibt nach und nach das Zepter an Nora ab. Sie lernt sie sozusagen an. Warten wir ab, was daraus eines Tages entsteht. Mit Tildchen geht Lady sehr liebevoll um - was die Kleine oftmals nervt, Semi wird schon mal angerempelt und Chica - naja - die ist halt ab und zu da.Lady kümmert sich genauso um sie, wie um alle anderen aus dem Rudel.

Semi, bei dem zu Anfang alles recht Gleichgültig erschien, hat sich doch mehr an seine "Weiberwirtschaft" angeschlossen, als er es selbst zugeben würde. Denn wenn keiner von uns hinsieht, dann schnuffert er auch mal in den Ohren der Mädels oder schleckt ihnen zart übers Gesicht. Doch sein Herz schlägt am meisten für das kleine Tildchen, wo sie ist - ist er nie weit und wo er ist - kommt auch das Kleinste recht schnell angetappert. Lady und Chica sind für ihn ein fester Bestandteil des Rudels, er fügt sich Ladys Anordnungen aber problemlos.

Nora, ich hab selten einen Hund gesehen, der so voller Widersprüche steckt, wie diese Dackeline. Einerseits sehr Menschenscheu - andererseits sucht sie gelegentlich dann doch sehr intensiv die Nähe zum schmusen. Einerseits sehr vorsichtig im Umgang mit anderen Hunden - andererseits greift sie diese Hunde plötzlich und ohne jeden ersichtlichen Grund an. Auf der einen Seite ein sehr schüchternes Hundemädchen - auf der anderen Seite ein tobendes, bellendes, wildes, ungezähmtes Etwas -  was sich mit nichts und durch niemanden bremsen lässt. Sie rüpelt mit allen Hunden aus dem Rudel mal mehr, mal weniger - wird oftmals zurechtgewiesen, was sie überhaupt nicht interessiert - aber wenn einer fehlt, dann ist ihr das auch nicht geheuer.

Chica - stocktaub, sieht nicht mehr gut, kann nicht mehr so gut laufen... Sie ist immer freundlich, immer gut gelaunt. Sie ist mit Abstand die Älteste im Rudel, aber auch mit die Unkompliziersteste. Arrangiert sich mit allen anderen Hunden. Sie kommt mit allen klar, findet sich in fast jede neue Situation problemlos ein.......ist trotz allem ein immer lachender und fröhlicher Hund.

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Wir wurden letztens mal wieder gefragt, warum wir uns das antun? Warum wir auf so vieles verzichten, wegen der Hunde. Weshalb wir uns mit so etwas wie zum Beispiel Nora bis an die Grenzen belasten?

Die Antwort: Weil wir sie lieb haben und sie es alle auf ihre eigene Art zurück geben.

"Lieb?" wurden wir gefragt...

Ja! ------ Lieb haben wir sie alle - egal wie sie sind, egal was sie anstellen, egal wie alt sie sind, ob es unsere eigenen Hunde oder "nur" Pfleglinge sind - da gibt es keinen Unterschied.

 

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