die Zeit vergeht ... 2007

21.11.2007

Unser Rudel wartet nun sehnsüchtig auf den kommenden Samstag.  Auf den neuen Hund meiner Ma:  "Nessi"

Nach dem Ableben von Chicca war der Platz leer, meine Ma brauchte Zeit, Peter auch. Aber seit ein paar Tagen war es dann zu leer in der kleinen, ebenerdigen Wohnung mit Garten. Zu leer und zu ruhig. So langsam stieg der Wusch auf, wieder einem kleinen Hund ein Zuhause zu geben.

Seit vielen Tagen suche ich schon die Tierheime der Umgebung ab, nach der Vorgabe meiner Eltern..

Klein, nicht älter als 3 Jahre, am liebsten ein Westi oder ein Westimix - oder halt ein Mix, dann aber wuschelig.. kleine Behinderung kein Problem..

Man glaubt es nicht, aber das ist gar nicht so einfach..

 

Nachdem meine Ma dann gestern auf eigene Faust losgezogen war und zwar auch was fand, was ihr gefiel - das aber schon fest für jemanden anderen zugesagt war.. der zweite Hund , der ihr Zusprach, nur mit dem Partner zusammen vermittelt werden sollte.. (was auch Sinn macht, da Mama und Tochter, sowas trennt man nicht nach über 2 Jahren) und sie mir erzählte was das alles für Hundchen waren - sagte ich: "Okay - dann machen wir das so wie immer. Ich bring dir einen passenden kleinen Hund." und meine Ma sagte: "Okay, sonst wird das wieder nichts, ich nehm was du mir bringst.." Weil, Westis waren die besichtigten und für gut befundenen Hunde alle nicht - also.. *Grins*

 

Ich hab seit ein paar Tagen eine süße kleine Hündin im Visier.. ein kleiner Rückläufer, eine Ungarin - ein Auge ist trübe..sie ist nicht viel größer als unser Tildchen... (das nachfolgende Bild täuscht sehr)

Nun ist alles unter Dach und Fach und wenn alles wie geplant klappt, kommt "Nessi" dann am Samstag zu meiner Ma - also insofern doch auch ein Stück weit zu uns.  *Versteht mich noch wer?*

Das hier ist das Schätzchen:  noch heißt sie Funny.

Das ist doch ganz eindeutig ein "Glatthaar black&white Westi" , oder?? *Schmunzel*

 

16.10.2007

Chicca ist in den frühen Abenstunden am 22.08.2007 friedlich ein letztes mal eingeschlafen. Sie starb zuhause in ihrem Körbchen und wurde liebevoll von meiner Ma in ihren letzten Stunden versorgt und begleitet.

Seither ist alles etwas anders.

Unser bunt gemischtes Rudel brauchte ungefähr eine Woche um zu begreifen - Chicca kommt nicht wieder. Gerade für unsere Nora schwer zu verstehen, Chicca war ihr zwar nicht unbedingt näher als unsere anderen Hunde, aber Chicca war diejenige mit der sie Spaß haben konnte. So alt unsere Fluse auch war - Noras schaffte es, sie zum spielen zu bewegen und wenn es ihr dann zu bunt wurde, flüchtete Nora aufs Sofa, wo Chicca nicht mehr ohne Hilfe rauf kam. Vor Chicca hatte sie Respekt - obwohl es niemals Rangeleien um die Rangordnung zwischen den beiden Hunden gegeben hatte - Chicca hatte Nora einfach im Griff. Mit Chicca ging ein ganz besonderer Hund aus unserem Leben.

Nora - unser Norchen, nun ist sie etwas über 18 Monate hier. Nur langsam normalisiert sich ihr seltsames Verhalten - doch inzwischen sieht man große Unterschiede zur Anfangszeit hier bei uns. Beim Futter machen steht sie nun genauso erwartungsvoll hinter mir, wie alle unsere anderen Hunde. Mittlerweile nimmt sie auch mal ein Stückchen Fleischwurst - Nora war der erste Hund bei uns, der so etwas nicht sofort annahm, sondern "Kenn ich nicht - fress ich nicht" zur Seite legte und lieber gar nichts fras. Diese Zeiten des Futter verweigerns, der Handfütterung sind lange vorbei. Doch noch heute sortiert sie an schlechten Tagen ihr Futter durch. "Kenn ich nicht - fress ich nicht" und "Doch das fresse ich - das kenne ich". An solchen Tagen schafft sie es mühelos den kompletten Inhalt ihrer Futterschüssel im Flur zu verteilen und einfach nur das zu fressen, was ihr gerade genehm ist und ihr bekannt vorkommt. Wobei die Futtersorten nicht allzuhäufig variieren, bzw. Nora ohnehin mit Abstand am liebsten Trockenfutter frisst. Uns gegenüber zeigt sich Nora als normaler, netter, verschmuster und verspielter junger Hund. Doch sobald Fremde das Haus oder Grundstück betreten, hat jeder Spaß ein Ende. Anfangs war es nicht möglich, sich in Noras direkter Nähe zu unterhalten. Das hat sich bereits um ein vielfaches gebessert. Inzwischen kann Besuch Nora sogar streicheln - allerdings erfordert dieses unendlich viel Geduld. Nora lässt sich von Fremden weder sofort streicheln, noch mit Futter locken, geschweige denn angreifen. Erst wenn Nora erkennt - Frauchen und Herrchen haben die Situation sicher im Griff, es droht ihr keinerlei Gefahr, dann kommt sie irgendwann zaghaft hervor und fordert dann sogar von sich aus zum Gekrault werden auf. Gibt man ihr diese Zeit und Geduld nicht - mutiert der Hund zur Furie - die sich auch nicht mehr beruhigen lässt.  Vor diesem Hund liegt noch ein langer Weg - doch den Anfang hat sie geschafft und es wird mit jedem Tag, den sie hier ist, ein kleines Stückchen besser.

 Nora und ihre Gummiente beim Schönheitsschläfchen.

Lady - meine Gescheckte. Ja, sie ist alt gworden, aber nicht erwachsen. Mit ihrer Diabetes stand uns ein neues Problem bevor. Lady hat Angst vor Spritzen. Sie zappelte derartig herum, dass wir zu Beginn der Krankheit grundsätzlich zu zweit sein mußten, um ihr das Insulin geben zu können. Einer der Lady fest hielt und versuchte zu verhindern, dass sie sich einfach fallen ließ und einer der möglichst schnell mit der Spritze ihr das lebenswichtige Medikament verabreichte - bevor sie völlig ausflippte. Die ersten Tage waren echter Kampf. Inzwischen hat Lady begriffen, dass sie - völlig egal ob sie Kopfsteht oder nicht - nicht um diese allabendliche Aktion herum kommt und ist deutlich ruhiger geworden. Sie geht immer noch gern und flott Gassi, sie sonnt sich immer noch gern und sie frisst immer noch gern. Letzteres ist ein kleines, aber gut lösbares Problem - es gibt einfach nichts mehr zwischendurch. Was sie uns nachgerade übel nimmt - aber da es zu ihrem Besten ist, werden auch keine Ausnahmen gemacht. Gesundheitlich ist es bei ihr, wie bei allen alten Hunden, ein stetes Auf und Ab. Doch sie ist soweit recht munter, frech und ab und zu gewohnt zickig.. was  wollen wir denn mehr erwarten von einem über 14 Jahre alten Hund? Nichts - im Gegenteil - wir freuen uns über jeden Tag den es ihr gut geht und an dem sie Flausen im Kopf hat. Und sie hat noch immer die Führung im Rudel.

 man sieht Lady die fast 15 Jahre immer noch nicht an.

Semi - unser 12,5 Jahre alter Hund. Auch er machte uns die letzte Zeit arge Sorgen. Er begann schon im Juni zu lahmen, als wir tagtäglich mit den Hunden nach Antigos suchten. Das Bein war weder angeschwollen, noch waren die Gelenke heiß, noch konnten wir irgend etwas außergewöhnliches feststellen. Er hatte keine sichtbare Verletzung an den Ballen, nichts eingetreten, nichts sichtbares am Bein - selbst die Krallen waren ok.. es gab nichts festzustellen. Also führten wir es auf Überlastung zurück und liesen ihn ein paar Tage zuhause, es wurde auch besser. Stundenweise konnte er nun wieder eingesetzt werden - er hatte auch Spaß daran, doch immer wieder kam die Lahmheit zurück. Tagelang war alles in bester Ordnung und er trabte auch lange Strecken ohne Probleme - dann wieder gab es Tage an denen konnte er gar nicht auftreten. Selbst als er gar nicht mehr eingesetzt wurde, dieses seltsame Lahmen blieb. Es kam und ging ohne ersichtliche Gründe. Selbstverständlich konsultierten wir den Tierarzt - auch er führte es zunächst auf Überlastung zurück. Doch je länger diese Lahmheit immer wieder aus dem Nichts auftauchte - umso besorgter wurden wir und auch unser TA. Wir liesen das Bein röntgen- als deutlich wurde, Semi lahmt aus der Schulter heraus. Das Bild war nicht das Beste - gab außer normalem Verschleiß der Gelenke auch sonst nicht viel her.. mit dem Bild konsultierte ich einen 2. Tierarzt - der da durchaus was zu sehen glaubte - es aber auch die schlechte Bildqualtität sein konnte, die diese Schatten hervorbrachte. Zum erstenmal fiel der Begriff: Verdacht auf Knochenkrebs.. und uns wurde es sehr mulmig. Ein Hund mit 12 Jahren - der hatte doch eigentlich noch viel Lebenszeit... Es half alles nichts - es mußte erneut geröngt werden. Das neue Bild brachte völlige Entwarnung. Gottseidank! Unser alter Brummbär leidet seit geraumer Zeit an einer Knochenhaut / Sehnenentzündung und die braucht lange, um auszuheilen. Mit der Tablettengabe hörte die Lahmheit praktisch innerhalb von 2 Tagen auf. Derzeit trabt er fröhlich umher und die Augen funkeln spitzbübisch und voller Lebensfreude.

Semi hat 2 Gesichter. Das konnten wir vor kurzem erleben, als er jemanden in der Dämmerung nicht sofort erkannte. Der Hund war am anderen Ende des Garten und sah: Da steht wer, der nicht hierher gehört. Er kam zornig heran geschoßen, sehr kompakt, Kraft pur - sehr aufmerksam die Ohren nach vorn, der Stummelwedel stand steil nach oben - die Augen funkelten ganz hell.. mit langen Sprüngen setzte er durch den Garten. Der ganze Hund war nur noch auf Angriff geschaltet. SOOO kannten wir ihn bis dato noch nicht und es machte uns sehr schnell klar - im Ernstfall möchte keiner von uns Bekanntschaft mit diesem zornigen Hund machen müssen. Als er erkannte wer da stand, veränderte sich sein Gesicht, seine Gangart wurde entspannter und die Augen wieder sanft.

Semi

Minimaus Tildi, vor ca. 1 Jahr dachten wir alle, ihr kleines Lebenslicht würde erlöschen. Es war so knapp damals, der kleine Hund so krank. Doch es gibt Menschen, die ihr möglichstes für ein so kleines Wesen tun. Und einem ganz besonderen Mann aus Bärbach verdankt Tildchen dieses geschenkte Jahr. Unsere über 15 Jahre alte Mini hat viel Freude am Leben. Geht gern spazieren, schnuffelt sich durch ihre Umwelt - denn sie hört nicht mehr gut und ihr Augenlicht wird täglich schwächer. Wenn ich diesen, immer fröhlich wedelnden, kleinen Hund beobachte, denke ich oft: Schön, dass sie immer noch da ist. Dass sie das Glück hatte, die ungarische Station verlassen zu dürfen und hier ihren Lebensabend verbringen kann. In ihrem Garten, unter Aufsicht und mit viel Fürsorge. Diese kleine Hündin ist nur zart, nur lieb und nur freundlich. So klein und unauffällig - so herrlich unkompliziert.. wir sind sehr froh, dass sie hier ist und das es ihr wieder so gut geht.

 Tildi

 

15.08.2007

Seit über 5 Wochen kämpfen wir nun mit einer Augenerkrankung von Lady. Es begann zunächst damit, dass sie mit der Pfote stets am Auge rieb, dieses eitrigen Ausfluß zeigte und wir dachen, sie habe sich etwas hinein gerammt. Wir suchten unseren Haus TA auf - der nichts im und am Auge finden konnte. Uns aber gegen die Reizung schon mal Tropfen mitgab. Als es nach 3 Tagen nicht besser geworden war - konsultierten wir ihn erneut. Es war aber auch diesmal kein Fremdkörper zu finden. Schlußendlich landeten wir bei einer zweiten TA, die uns wärmstens empfohlen worden war - um eine zweite Meining einzuholen, doch auch sie konnte keinen Fremdkörper im oder hinter dem Auge ausmachen. Tägliche Augenspülungen, Salbe, Tropfen und Schleimlöser - all das brachte keine sichtbare Besserung. Als die TÄ bemerkte, dass dies alles nichts half - machte sie einen Ultraschall - der irgend etwas im Augenhintergrund zeigte, dass sie nicht zuordnen konnte. Um darüber Klarheit zu erhalten, was dieses sein könnte - schickte sie die Ultraschallbilder zu verschiedenen Kollegen und Kapazitäten. Es hätte ein weit hinter dem Auge steckender Fremdkörper oder auch ein Tumorgebilde sein können, war aber nicht sicher zuordenbar. Nach Rücksprache mit einigen anderen, auf Augen spezialisierte, Tierärzte überwies sie unsere Lady dann zur Praxis Dr. Kindler nach Wiesbaden. Wir bekamen dort sehr schnell einen Termin, die Untersuchung war sehr, sehr gründlich. Die Ärtzin ließ sich sehr viel Zeit, ging sehr liebevoll mit unserer - ohnehin sehr aufgeregten - Lady um. Das Ergebnis: Es steckte nichts im oder hinter dem Auge - auch kein Tumor. Aufatmen war angesagt. Doch die Ursache für die Reizung und den Eiterfluß mußte man abklären. Es ergab sich bei dieser Untersuchung, dass Ladys Blutdruck bei 200 lag - ein sehr, sehr hoher Wert. Tränenflüßigkeit war auf dem Auge keine mehr messbar - das Auge war trocken. Nach der Untersuchung, die gut eine Stunde gedauert hatte, waren der Hund und wir bestens mit vielen neuen Salben, Tropfen und auch einem Blutdruckmittel versorgt. Wir sollten vom Haus TA bitte ein großes Blutbild erstellen lassen, auch auf Babesiose, Ehrlichiose und die ganzen Südkrankheiten testen lassen, auch wenn der Hund nie im Süden war, es gibt hier in Deutschland ja mittlerweile auch fast alles an Krankheitserregern. Denn es mußte ja irgendwo eine Ursache für diese Augensache und den Bluthochdruck sein - und das galt es abzuklären. Der Bluttest ergab dann zunächst folgendes: Lady ist Diabetiker und die Werte waren zu Beginn horrend hoch. Nun bekommt sie allabendlich nach dem Fressen Insulin gespritzt - was bei ihr ja nicht immer ganz einfach ist - doch es zeigen sich erste Verbesserungen. Zum einen trinkt sie wieder in fast normalen Mengen, zum anderen ist auch das Auge auf dem Weg der Besserung. Wenn sie jetzt wieder ein wenig zunehmen würde, wäre das toll.

*****

Bei Chicca zeichnet sich nun die Endzeit ab. Die kleine Hündin behält immer seltener ihr Fresschen bei sich und ihre Blutwerte liegen in Bereichen, die nicht mehr wirklich gut aussehen. Inzwischen sagte die behandelnde TÄ, dass es wohl dem Ende zu geht und man der, immer noch fröhlichen, Fluse nicht mehr wirklich helfen kann. Wir versuchen nun, der alten, kleinen Hündin die letzte Zeit so erträglich und gut wie möglich zu machen. Der Hund ist steinalt und dennoch, noch zeigt sie nicht an, dass sie gehen möchte. Und solange das so ist, ihr Wedelchen in Bewegung, ihre tauben Ohren aufgestellt, die fast blinden Augen noch lebendig und funkelnd sind, soll sie ihre Zeit hier bei uns haben.  Doch wir wissen, hier tickt die Uhr.

22.08.2007: Chicca ist nun auf dem Weg.....

 

25.07.2007

 

Ich erzähle heute zur Abwechslung mal von Nora, der jüngsten Hündin in unserem Haushalt. Unsere überaus ängstliche und dadurch auch zum Beißen neigende Hündin macht inzwischen größere Schritte in die richtige Richtung. Langsam und allmählich begreift sie, dass ihr eigentlich niemand etwas böses will. Vor ein paar Wochen hatten wir Besuch von einer Forenfreundin und zum erstenmal war Nora nach kurzer Zeit ruhig. Sie näherte sich sogar vorsichtig unserer Bekannten und lies sich kraulen. Als Nora dann mit ihrer Ente spielen wollte, nahmen wir ihr für eine kurze Spielrunde den Maulkorb ab. Nora spielte daraufhin mit Biene, die allerdings sitzen bleiben mußte, eine Runde Gummienten werfen und bringen. Am letzten Wochenende ( 22.07.2007) hatten wir erneut Besuch, diesmal ein Kollege von mir. Fremde Männer sind für Norchen ja eigentlich noch viel schlimmer als fremde Frauen, dennoch, auch diesmal war Nora nach kurzer Belleinlage ruhig. Sie näherte sich, mit ihrem Maulkorb gesichert, dann vorsichtig meinem Kollegen Thomas, schnufferte erst vorsichtig-interessiert und sprang dann plötzlich recht vertrauenseelig zu ihm auf die Terrassenbank. Sie forderte ihn durch Stupsen mit der Schnauze zum Kraulen auf. Bei uns entstand der Eindruck, dass wir Nora versuchsweise den Maulkorb abnehmen könnten. Gedacht, getan und siehe da --- es passierte nichts! Brav blieb sie sitzen und forderte ihre Streicheleinheiten von Thomas ein.  Nora lernt also doch hinzu, in kleinen, langsamen Schritten zwar - aber doch stetig! Und das freut uns natürlich sehr.

 Die nachfolgenden Bilder entstanden zu fortgeschrittener Stunde, daher die nicht so gute Qualität.

Thomas krault unsere Nora    

Thomas durfte Nora ständig kraulen - sie beginnt also endlich auch ihr fremden Leuten etwas Vertrauen entgegen zu bringen.

 

01.05.2007

In den letzten 2 Jahren hat sich vieles verändert und ergeben.

Aus dem Brummbären Semi wurde ein recht freundlicher Brummbär, der seine Mädels heiß und innig liebt. Zuhause und auch auf der Straße gibt es kaum noch Dinge über die er sich aufregt, immer seltener wurden seine Ausraster, immer einfacher wurde es mit ihm umzugehen. Seit Semi wegen der Schilddrüse in Behandlung steht - sind auch seine ewig offenen Beine gut verheilt. Nur eine kleine, einzelne Stelle bearbeitet er immer mal wieder mit den Zähnen, ansonsten sieht alles sehr gut aus inzwischen. Der braune Bär versteht allerdings keinerlei Spaß, wenn es um sein Eigentum, sprich Haus und Hof, geht - dieses verteidigt er vehement. Der Einbruchsversuch in unser Haus im letzten Winter scheiterte kläglich.. bis auf ein paar Schrammer an der Haustür gab es keinen Schaden. Dank Semi und auch Dank Lady, die hinter der Tür mächtig getobt haben müssen. Semis einst beiges Gesicht tendiert nun mehr und mehr zu einem sehr hellen grau, dass sich stichelhaarig über seinen gesamten Kopf fortsetzt. Auch Beine und Po haben einen gewissen Farbwechsel hinter sich. Der Gute ist nun auch schon 12 Jahre alt, aber immer noch schnell, fit und ausgesprochen munter.

Klein Mathilda - unser Tildchen - wird ihr restliches Leben lang einiges an Dauermedikation brauchen - sie hat sich allerdings von ihrer schweren Krankheit besser erholt, als wir alle noch im Winter 2006 zu hoffen wagten. Die kleine Maus ist zäh und rappelte sich wieder gut auf. Sie frisst wieder mit großer Begeisterung, trippelt auf ihren kurzen Beinchen fröhlich überall mit hin und strahlt voller Zufriedenheit und Selbstsicherheit. Mini ist an allem interessiert, seien es Blumen die irgendwo wachsen, sei es ein kleines Krabbeltierchen oder sei es eine fremde Umgebung - sie muss alles ganz genau erkunden und untersuchen. Für ihr Alter ist sie, trotz inzwischen stark nachlassender Hör- und Sehkraft,  ausgesprochen lebhaft und munter. Sie ist im letzten halben Jahr sehr grau im Gesichtchen geworden - aber wenn das alles ist?? Egal, hauptsache es geht ihr gut.

Unsere 15 jährige Lady wird nun deutlich sichtbar alt. Auf ihren einst tiefschwarzen Bäckchen kommen immer mehr graue Härchen zum Vorschein. Die einstmals schmale Blesse geht mittlerweile bis weit in die Augenbrauen über - unser geschecktes Mädchen ist aber dennoch ausgesprochen hübsch geblieben. Zur Zeit hustet sie weniger, das warme Wetter scheint ihr gut zu tun. Lady liebt es in der Sonne zu liegen, gekrault zu werden und sich verwöhnen zu lassen. Mittlerweile hat sie Tage dazwischen, da putzt sie ihre Schüssel nicht mehr blank. An anderen Tagen könnte man sagen, in dieser Schüssel war noch nie was drinne, so blitzt und blinkt sie. Es ist ein Auf und Ab geworden, doch solang sie keine weiteren Beschwerden bekommt und so frech und munter ist wie bisher, wird sich bei uns hier nichts verändern. Unsere 14 tägigen Tierarzt -Kontrollbesuche zum Abhören haben bisher keine weitere Verschlechterung der Gesundheitssituation ergeben. Toi, Toi, Toi - hoffen wir, dass es noch lang so bleibt. Hin und wieder reitet Lady ein kleiner Teufel, dann spielt sie mit Nora oder Semi wild und ausgelassen. Es sind keine langen Hetzspiele oder Zerrspiele mehr - aber sie spielt und balgt sich mit ihnen herum und das zeigt uns, da ist noch ganz viel Lebensqualität und Spaß am Leben. Jetzt im Urlaub war Lady fast überall mit, interessiert und freudig, sogar ausgesprochen neugierig trabte sie die Spazierwege ab, sie ging Schwimmen und hatte viel Spaß an unseren kurzen Ausflügen, obwohl sie nicht mehr gut sieht. Ihre Ohren funktionieren aber noch sehr gut, ihr entgeht kein Geräusch. Das leiseste Rascheln eines Schokoladenpapiers holt sie immer noch aus dem Tiefschlaf. *lächel*

Nora, unsere Norene, das Norchen - oder auch unser kleines Rabenaas ist Anfang Mai nun 1 Jahr hier. Die Situation mit ihr hat sich mittlerweile gravierend verändert. Sie ist in sich ruhiger geworden, auch etwas sicherer. Mittlerweile scharrt sie beim Gassigehen, läuft ordentlich an der Leine und pöbelt nur noch jeden 10. Hund an, wobei es dabei darauf ankommt, ob Nora mit uns alleine unterwegs ist oder die Rückendeckung von einem ihrer Rudelkumpane hat. Ist sie mit uns alleine unterwegs - sieht und hört man von ihr nichts. Da ist sie klein und unauffällig. Ist sie mit dem Rudel unterwegs - ist Nora ein starker, großer Hund! Auch das lernt sie noch.. sie hat soviel begriffen mittlerweile, sovieles von den anderen Hunden einfach übernommen, den Rest schafft sie eines Tages auch noch. Sie lernt ja jeden Tag neues kennen und verstehen.. und sie ist längst nicht mehr so ängstlich wie zu Anfang hier. Leider ist sie immer noch ein sehr mäkeliger Fresser - allerdings frisst sie nun ganz unkompliziert in der Gesellschaft der anderen Hunde und bekommt von uns keine Extrawurst mehr gebraten. Frisst sie - ist gut, frisst sie nicht - ist auch gut. Heute können wir es uns erlauben sie so zu händeln, denn sie ist gut genährt und muss nicht mehr aufgefüttert werden. Als sie kam, kämpften wir um jeden Bissen den sie zu sich nehmen sollte, um jedes Gramm an der klapprigen Maus. Das ist heute alles kein Thema mehr!

Und der größte kleine Sorgenhund derzeit ist unsere "Fluse" - unsere Chica, die ja bei meiner Ma lebt. Fluse ist inzwischen über 16 Jahre alt, sieht fast nichts mehr, hört nichts mehr - letzteres ja nun schon seit vielen Jahren. Bei ihr wurde vor kurzem ein Lebertumor festgestellt, der 6,5 cm Durchmesser hat und inoperabel ist. Wäre er operabel, würden wir es dennoch nicht mehr machen lassen - einen so alten Hund operiert man einfach nicht mehr. Das Risiko - ihn dabei zu verlieren  - ist einfach viel zu hoch und ob sich die verbleibende Lebenserwartung dadurch steigern liese, ist mehr als unwahrscheinlich. Es liegt so vieles im argen bei der Westi - Handfeger- Mischung, dass es ganze Seiten füllen könnte, wenn wir darüber berichten würden. Chica ist nun mal ein sehr alter Hund, alles was uns bleibt ist sie sehr sorgfältig zu beobachten, ihr pünktlich alle ihre Medikamente zu geben und sie nach Strich und Faden zu verwöhnen. Wir hoffen, unsere kleine "Fluse" schafft diesen Sommer noch. Im Moment geht sie morgens in den Garten - legt sich in die Sonne und wandert dann in den Schatten hinüber - kurz sie genießt ihr Leben. Lautstark meldet sie sich bei uns an - sie steht vorm Hoftor und bellt uns fröhlich entgegen.. obwohl sie uns weder sieht, noch hört, sie weiß einfach wo sie ist - oder wer zu Besuch kommt... der Wedel steht nie ganz still... möge es noch lange so bleiben!

01.05.2007

Aktuelle Bilder von Semi und Tildi!

Semi ist derzeit schwer verliebt. Unsere Mini ist läufig und er becirct sie auf Teufel komm raus. Keine Sorge! Der Bursche ist kastriert, aber es hindert ihn nicht daran, die Mini zu umgarnen und liebevoll zu betüddeln. Die nachfolgenden Bilder zeigen einen sehr liebevollen Hundemann und eine etwas von ihm angenervte kleine Dackeline.

 Dezent und gaaaaaanz unauffällig wird sich zur Mini aufs Kissen gelegt....

Kontrollblick zu uns.. meckert da wer mit mir? Nein? Gut! ...  

 sanft und sachte wird die Nase auf Tildchens Rücken gelegt...

und ganz zaghaft an ihrem Öhrchen geschnuffelt...

 die Nase wird lang und länger... - noch gefällts ihr...

... völlig unauffällig wird näher gerückt und sich ganz zu ihr aufs Kissen gelegt..

 sie guckt jetzt dann doch schon etwas angenervt und missmutig

erneutes Ohrengeschnüffel...  und ihr reichts nun mit dem aufdringlichen Kerle, sie grollt aus tiefster Seele. Wie man an der kleinen, zahnlosen - aber durchaus angesäuert hochgezogenen Schnute problemlos erkennt.

 Eine Stunde später, alles wieder gut. Tildi lacht fröhlich in die Kamera, der Dicke liegt gemütlich vor ihr - beide sind auf seiner Matratze. *Lach*

*****

Bilder aus dem Urlaub April 2007

 Die beiden Dckelinen in einem Korb! Sowas gabs noch nie zuvor!

Klein Tildi beschmust unsere Nora

  Lady´s fragender Blick aus dem Fenster: Wo Herrchen nur bleibt?

 Ist das schön! Schatten, Sonne, Freizeit!   

eine sehr zufriedene und glückliche Lady  Minimaus Tildi fühlt sich Dackelwohl ! Nora stöbert herum..

Heißa! Wir gehen gleich spazieren...

 ....unsere Kleinste - eine süße, fröhliche Lachmaus.   Wer hätte gedacht, dass dieser kleine Hund noch einmal so in eine Kamera lachen würde?

 Lady´s Lieblingsplatz - die Holzbank in der Blockhütte.

von da aus hatte sie einen prima Überblick über alles was so in der Blockhütte geschah..

Semi im Ladys kleinem Körbchen...  dazu fällt mir nun wirklich GAR nichts mehr ein... *schmunzel* Der Kerl hatte während des ganzen Urlaubs nur so einen Unfug im Kopf.

 

27.02.2007

Wer mehrere Hunde hat, weiß es, mindestens Einer von ihnen hat immer was. Nachdem unsere Mini nun wieder recht gut hergestellt ist und fröhlich - freundlich ihrer Wege tappert, erwischte es nun die Rudelchefin  - unsere Lady. Anfang Februar bekam Lady mal wieder eine dicke Backe, natürlich -wie immer- an einem Sonntag. Wir haben für solche Fälle ja immer Antibiotika im Haus und ich verabreichte ihr die Tabletten, die Backe schwoll ab - die Ursache aber blieb. Der verflixte Backenzahn, der schon im vergangenem Sommer mal Ärger machte und den wir -wegen Ladys Herzfehler und dem damit verbundenen Narkoserisiko- solang wie möglich nicht ziehen wollten. Nachdem der Zahn nun immer nur kurzzeitig zur Ruhe kam und unsere Maus immer wieder tageweise ein verschwollenes Gesicht hatte, beschloßen wir und unser TA, dass er nun doch raus genommen werden muss, da der Kiefer mittlerweile vereitert war und dauerhafte Antibiotikagaben der alten Hündin nicht gut tun würden. Wir machten also einen OP-Termin aus - zur OP kam es nicht, dass Herz hatte zu starke Aussetzer - dieses Risiko war zu hoch. Beim nächsten Termin drehte Lady mal wieder völlig durch und regte sich so stark auf, dass wirs gleich bleiben ließen - das würde ziemlich sicher schief gehen. Der dritte Termin folgte - Lady war recht ruhig und wir dachten, es könnte nun klappen. Aber schon beim Abhören unserer alten Dame wurde klar, auch dieser OP Termin würde nicht stattfinden können. Ihr Herz hatte große Aussetzer und Unregelmäßigkeiten, ein solches Risiko wollte unser TA nicht eingehen. Aber er hörte sie sehr konzentriert ein Zweites und Drittes mal ab - machte eine bedeutsame Pause - horchte wieder..

Bei all unseren Tierarztterminen mit Lady war das Herz stark belastet - bei all den Terminen gab es bisher keine Nebengeräusche - nun aber sind sie da. Und zwar auf der Lunge - ein leises Rauschen beim Aus- und Einatmen. Wasser ist es nicht, dass konnte direkt ausgeschloßen werden, Wasser klingt anders....

Ladys Krebstumore haben nun also die ersten Metastasen in der Lunge gebildet.

Mit dieser Diagnose haben wir seit Jahren zu rechnen - seit Jahren war klar, eines Tages würden die Tumore auch in die Lunge streuen. Und mittlerweile wachsen alle sichtbaren Tumore schneller und schneller, vermehren sich nicht nur äußerlich - nein, es war uns durchaus klar, dass es im Hund inzwischen auch nicht viel besser aussehen würde.

Nun war er also da, der gefürchtete Tag X.

Und obwohl wir mit ihr regelmäßig, genau aus diesem Grund zum Tierarzt wandern, um sie abhören zu lassen - traf es uns doch reichlich unvorbereitet... ich hätte es ich es mir schon halbwegs denken können, denn ein paar Tage vorher fiel mir zum ersten Male auf, dass unsere Gescheckte vemehrt hustet. Und das nicht, wenn sie unter Anspannung stand - sondern oftmals im Ruhezustand. Im Liegen, im Tiefschlaf.

Was bleibt uns nun zu tun? Die Kontrolltermine finden nun 14 tägig statt, sollte sich das Geräusch verstärken, werden wir sie noch weiter einengen und ggf. auch 1- 2 mal pro Woche wahrnehmen. Wir haben nun wieder einmal mehr ein sehr wachsames Auge und ein hellöriges Ohr auf diesem Hund. Achten darauf, ob sie nun noch mehr hustet - ab wann es für sie kritisch wird mit der Atmung.

Es gibt keine Antwort auf die Frage: Wie lange noch...?  Das kann uns niemand vorhersagen.

Es kann noch Wochen und Monate gut gehen, es kann morgen vorbei sein.. für uns, gerade mit dieser herz- und krebskranken Hündin, nicht wirklich etwas neues. Mussten wir bisher jederzeit damit rechnen, dass sie uns eines Tages einfach tot umfällt wegen ihres Herzens, so müssen wir nun eben auch mit dem Lungenproblem zusätzlich umgehen lernen und wie bisher, stets damit rechnen, dass es praktisch jederzeit soweit sein kann.

Es würde aber weder ihr noch uns jetzt etwas nützen, wenn wir die Köpfe hängen liesen. Darum bemühen wir uns, so normal wie möglich mit ihr weiter zu machen, ihrer Fröhlichkeit mit Fröhlichkeit zu begegnen, ihrem Übermut und Spieltrieb genau wie früher zu erwiedern und nicht zu bremsen. Denn sie weiß es ja nicht, würde unsere Versuche sie nun ruhiger zu halten, nicht verstehen.

Die Zahn OP ist bis auf weiteres verschoben und wird nur dann gemacht, wenn es gar nicht mehr anders geht - nur im absoluten Notfall. Dann allerdings muss Lady dafür in eine Tierklinik, denn unser Tierarzt sagte schon, dass er sich daran - ohne Herz-Monitoring und entsprechender Atemüberwachung- nicht mehr wagt.   

Lady stammt noch aus einer Zeit, in der mein Leben noch komplett anders gestaltet war - sie ist die letzte Verbindung in die Vergangenheit. Seit rund 14 Jahren begleitet mich diese gescheckte Hundedame nun - ich hoffe, sie hat noch ein wenig Zeit ...

 Foto vom 27.02.2007

 

03.02.2007

Liebe Leser, entschuldigt die lange Pause, wir kamen leider nicht dazu hier öfter zu berichten, denn...

im September 2006 wurde unser Tildchen sehr krank. Wir hatten ja schon einmal darüber berichtet, dass die Kleinste sogar ein Wochenende in einer Tierklinik verbringen mußte. Als man sie uns Montags dann wieder in die Hände gab, war sie zumindest wieder munterer und es hatte den Anschein, dass es ihr besser gehen würde. Wir bekamen keinerlei Hinweise darauf, dass der Hund alles andere als in Ordnung war... Es hieß, das Blutbild wäre ohne nennenswerten Befund, das Röntgen ebenfalls... es wäre wohl ein Infekt gewesen und darauf haben wir uns verlassen. Der kleine Hund fraß wieder, trank wieder und war auch sonst - zumindest äußerlich - wieder recht gut drauf. Doch der Durchfall kam wieder und immer stärker. Wir waren bei einigen Tierärzten, doch so recht half das was man der Mini alles so gab, nicht. Es gab Tage, da war alles fast in Ordnung, dann wieder haute es durch, mal Matsch, mal dünn wie Wasser. Der Oktober verging und wir hatten eine halbe Apotheke zuhause stehen - der Durchfall blieb. Wir stellten das Futter um - der Durchfall blieb. Wir liesen die Leckerchen weg - der Durchfall blieb. Der November brachte keine Veränderungen, was wir auch taten oder gaben oder auch wegliesen - der Durchfall blieb - nichts half, gar nichts. Tildchen nahm mehr und mehr ab - wurde kraftloser und schlief fast nur noch. Wir und die bisher aufgesuchen Tierärzte hatten keine Ideen mehr - egal was der Hund bekam, es griff nichts. Niemand kam mal auf die Idee, dieses Blutbild vom September anzufordern oder selbst ein Neues zu erstellen.....

Dann kam der Tag Ende November an dem sie nicht mehr aufstehen wollte. Nur schwer kam sie auf wackeligen Pfötchen in den Garten, nur drei Tröpfchen Pipi kamen noch aus dem inzwischen völlig mageren Hundchen, dass inzwischen auf knappe 6 Kg runter war.. Sie brach schwallweise ihr gerade getrunkenes Wasser wieder aus. Der Stuhlgang hatte mittlerweile weder Form noch irgendeine Konsitenz - es war wasserartig was der kleine Hund da von sich gab und es stank zum Himmel. Bis zu 5 mal pro Nacht weckte sie uns - bis zu 8 mal pro Tag mußte sie raus und schaffte es oftmals gerade noch bis aufs Gras runter.

Eine gute Freundin bekniete mich, mit diesem Häuflein Elend doch mal zu einem Spezialisten für Natur und Regulationsmedizin zu fahren. Sie war felsenfest davon überzeugt, er könne unserer Kleinsten helfen. An diesem Tag, als unsere Mini nicht mehr in der Lage war uns im Stehen begrüßen zu können, nur noch teilnahmslos vor sich hinstarrte und auch nichts mehr fressen wollte - ans Wasser traute sie sich längst nicht mehr - rief ich dort an und schilderte was sich hier zuhause seit Wochen abspielte mit dem Hundchen und was sie alles an Medikamenten bekam. Man hörte mir sehr genau zu, fragte sehr konkret nach und machte umgehend einen Termin für den nächsten Nachmittag fest. Es wurde mir schon am Telefon gesagt, dass es nicht gut klingen würde, was ich da schildere und man nicht mehr viel Zeit verlieren dürfe..

Das es sehr ernst sein mußte, konnten wir an dem sehr schnellen Termin erkennen, denn dieser lag auf einem Samstag! So fuhren wir, mit Einverständnis von I. R.- der unser Tildchen ja gehört- ins knapp 150 Km entfernte Bärbach. Es war unsere letzte Hoffnung. Punkt 15 Uhr trafen wir mit der Handvoll Hund auf dem Hof des Regulationsmediziners ein. Punkt 15 Uhr fünf kotzte unsere Mini diesem Mann im hohen Bogen ihr vor der Fahrt doch noch getrunkenes bisschen Wasser vor die Füße. Die erste Frage des Mannes lautete: "Geht das bei der immer so ab?" Und wir mußten leider sagen "Ja - über Wochen nun schon"

Dieser Regulationsmediziner nahm sich sehr viel Zeit für diesen kleinen alten Hund - er untersuchte genau, er begutachtete das alte Blutbild  - das ich am Abend vorher endlich von der TK bekommen hatte, aber auch nur weil ichs dort dann selbst noch abgeholt hatte - und staunte Bauklötzchen. Denn selbst hier - im September - war schon deutlich zu erkennen, dass nichts mehr stimmte. Der Eisenwert war im September bereits auf 27 Punkte gefallen - der Entzündungswert im Gegenzug horrend hoch. Der Spezialist erstellte ein neues Blutbild - die Auswertung brachte verherende Werte an den Tag.

Auf dem Röntgenbild sieht man Schatten im Gedärm - irgendwas war da...

Das Blut unserer Mini war viel zu dick, bedingt dadurch, dass von ihr getrunkenes Wasser nicht mehr im Körper blieb. Die Werte für Entzündung lagen im 4 stelligen obersten Bereich, der Eisenwert kursierte derart weit unten, der Hund war völlig anämisch. Das Herz hatte Mühe diese dicke Suppe noch transportieren zu können, es schwächelte obendrein zusätzlich. Im Urin war inzwischen Blut nachzuweisen - die Nieren hatten bereits Schaden genommen, durch das fehlende Trinkwasser... Hier stimmte nichts mehr - gar nichts mehr.

Wörtlich bekamen wir zu hören: " Es ist 3 Minuten vor 12 bei der Kleinen, sehr fraglich ob sie es noch einmal schafft. Wir versuchen es..." Sie bekam zur Erstversorgung zwei Depotspritzen, die sie über das Wochenende retteten - die Wirkung sollte bis mindestens Dienstags anhalten - bis dahin sollten die jetzt verordneten homöopatischen Mittel beginnen zu greifen. Mit einer langen Liste all jener Dinge, die unsere Mini nun brauchte und einer Flasche Saft mit hohem Eisengehalt, verliesen wir den Hof des Regulationsmediziners. Wir waren sehr bedrückt, denn so wie unser Hundchen aussah und sich verhielt - hatten auch wir kaum noch Hoffnung sie kommendes Weihnachten noch bei uns zu haben. 

Bereits am nächsten Morgen setzte sich die Kleine alleine im Körbchen auf .. in der Nacht hatte sie uns nur einmal geweckt. Über Tag lag sie sehr viel, doch ihre Ohren waren wieder aufmerksam dabei. Auch ihr Blick ging wieder mit unseren Bewegungen mit - nur langes Stehen oder gar Laufen schaffte sie natürlich noch nicht. Sie schlief noch sehr viel. Wir trugen sie nach wie vor hinaus ins Gras und sie meldete sich auch nach wie vor laut bellend, wenn sie Hilfe brauchte. Am dritten Tag schaffte sie es alleine in den Garten und auch wieder zurück und ihr Stuhlgang hatte zum erstenmal seit inzwischen fast 12 Wochen etwas Form. Wir wagten es noch nicht, etwas aufzuatmen und das war gut so. Am 5. Dezember hatte sie einen derartig harten Rückfall, dass wir dachten sie schafft die Nacht nicht. Futter und Wasser wurde im hohen Bogen ausgebrochen, der Durchfall war schlimmer als je zuvor, der kleine Hund matt und müde und schwach -  ich rief beim Regulationsmediziner an, schilderte was gerade los war und er sagte: "Haben Sie was abgesetzt?" Ich konnte ruhigen Gewissens sagen "Nein" und er sagte daraufhin: "Alles so weitergeben wie besprochen, nichts verändern, sollte es nicht besser werden bis morgen, rufen Sie mich nochmal an"

Am 6. Dezember, also einen Tag später,  war nichts mehr von dem Drama vom Vortag und der vergangenen Nacht zu bemerken. Der kleine Hund konnte gut alleine aufstehen und laufen, trank ausreichend viel Wasser und behielt es bei sich, sie fraß mit Begeisterung und es blieb tatsächlich drin, sie wehrte sich mit allen 4 kleinen Pfoten gegen ihre Medikamentengaben. Ab da ging es langsam aber stetig bergauf.

Am 22.12.06 waren wir mit Tildchen zur Kontrolle - der Regulationsmediziner war sehr erfreut die Kleine wieder recht munter zu sehen und er knuddelte sie kräftig. Erfreut stellte er sofort fest, dass Tildi etwas zugenomen hatte. Begutachtete die mitgebrachte Kotprobe, stellte gezielte Fragen und antwortete auch auf unsere Fragen sehr verständlich und vor allem so, dass keine weiteren Fragen entstanden. Er spricht kein "Fachchinesisch" - sondern erklärt gut und verständlich warum etwas so oder so wirkt oder etwas so oder so nun ist. Auf unsere Anmerkung hin, dass unsere Kleinste nun plötzlich keine gekochte Leber mehr mag, bekamen wir zur Antwort: "Dann braucht sie die jetzt nicht mehr, dann ist die schlimmste Anämie vorbei. Sie wird wieder Leber fressen, wenn sie Leber braucht und mag" und so ist es auch tatsächlich. Tildi frisst einmal pro Woche mit großer Begeisterung Leber oder auch Herz oder auch Wild - es gibt aber Tage, da sortiert sie rigoros all das aus, was sie gerade nict braucht oder mag. Wir bekamen eine neue Liste mit zum Teil anderen Präparaten mit nach Hause, die unsere Kleinste nun bekommen sollte und einen neuen Kontrolltermin für Mitte Januar 2007.

Mitte Januar 07 war der nächste Kontrolltermin und er ergab, dass es unsere Kleinste geschafft hat. Die Werte sind bis auf Zwei wieder in Normalbereich, die Kleine wird nun für immer ein Herzpräparat brauchen und diverse Tropfen und Tabletten für ihren Magen - Darmbereich, aber es geht ihr soweit wieder gut. Ausgesprochen munter präsentierte sie sich dem Regulationsmediziner und sie zappelte energisch mit ihren kurzen Beinchen als es ans Blutabnehmen ging - was diesen Mann nur freute, denn beim ersten Termin lies sie alles einfach nur über sich ergehen, da war ihr alles einfach nur egal, da war sie schon fast tot. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie das neue Jahr noch erlebt" sagte er und fügte dran: "Umso schöner, dass die Kleine so zäh ist. Ich freu mich, sie hier heute so fit und munter zu sehen"

Der nächste Kontrolltermin ist Mitte April..

Unsere Mini frisst nun zweimal täglich mit großer Freude ihr gekochtes Futter - mal Rinderherz, mal Rindfleisch, mal Leber. Mit Kartoffeln und Frischkäse - mit all ihren Tropfen und Tabletten - ohne zu zögern und ohne zu spucken, ihr Stuhlgang ist wieder fest und hat normale Form. Getrunkenes Wasser wird vom Körper wieder angenommen und sie spuckt nicht mehr. Der ganze kleine Hund hat sich inzwischen recht gut erholt und wieder zugenommen.

 

 Tildi am 02.02.07

 

Aus dem langen Kampf um die Mini haben wir alle etwas gelernt.

Wir werden uns nie wieder auf eine Aussage einer Tierklinik oder eines Tierarztes allein verlassen - wir werden in Zukunft IMMER das Blutbild sehen wollen, notfalls lassen wir uns zusätzlich die Sollwerte von einem anderem Tierarzt dazu geben, sollten sie nicht mit draufstehen. Und wir werden um verständliche Erklärungen bitten - falls man uns mit Fachchinesisch kommt - oder wir das, was wir in den Händen halten, nicht verstehen können - weil wir Laien sind. Und wir werden, wenn wir Zweifel haben, dass die Diagnose nicht stimmt - weil es keine Verbesserung im Zustand des Tieres gibt - oder eine Krankheit mit all ihren Symptomen zu lange anhält, immer wieder den Rat dieses netten Regulationsmediziners hinzuholen.

Wir möchten hier niemanden eine Schuld zuweisen, denn wir sind mit diesem Hund von Pontius zu Pilatus gelaufen und niemand - aber auch wirklich niemand - kam auf die Idee sich das Blut dieses Hundes mal etwas genauer anzusehen, gegebenenfalls ein eigenes Blutbild zu erstellen.. auch wir kamen nicht auf die Idee ein neues Blutbild erstellen zu lassen.

Dieser Mann aus Bärbach hat mit seiner Fachkenntnis den kleinen Hund von der Regenbogenbrücke wieder herunter geholt, auf der die Kleine schon mit 2 von 4 Pfoten stand - ein ganz ganz herzliches Dankeschön nach Bärbach!

Und ebenfalls ein herzliches Danke an Dorothee - die uns dorthin gedrängt und getreten hat.. ohne Dich und der Hilfe aus Bärbach, wäre uns die Kleine jämmerlich eingegangen.

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Auch Semi fand dort endlich Hilfe für seine offenen Beine. Der Große leidet unter einer Schilddrüsenerkrankung. Seit er die entsprechenden Medikamente erhält, ist er ruhiger, freundlicher und sehr viel zugänglicher geworden. Er nimmt endlich nach und nach etwas ab und auf seinen einst tiefblutig gebissenen Beinen wächst heute wieder Fell..  wieviele Tierärzte wir wegen dieser "Knabberei" konsultiert haben, ich weiß es nicht mehr, aber es waren sehr viele...

*** Ende***

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