Das war 2008 für uns

 

31.12.2008: Das Jahr 2008 neigt sich nun stark seinem Ende und wir möchten heute gern eine Art Rückblick erstellen.

 

Im März fuhr Micha als 2. Mann mit Auto, zusammen mit den Leuten der Tierschutzstiftung, nach Ungarn und brachte 5 arme Hunde mit nach Deutschland.

Mein Urlaub im April wurde für einige Renovierungsarbeiten im Haus verwendet. Desweiteren stellten wir im April eine erste Autoladung Futter und Decken für Rumänien zur Abholung bereit.

Der Mai und der Juni vergingen wie im Flug, es gab immer was zu tun. Im Juni wurde verstärkt im Vorgarten gearbeitet, die alte, wackelige Mauer nieder gerissen, eine neue, höhere Mauer errichtet. Die Zaunelemente geschmirgelt und neu gestrichen, das Tor versetzt und der Garten von den alten Waschbetonplatten, die einst die Zufahrt zur Garage waren, befreit. Neue Rasengittersteine wurden gelegt, einzelne Trittplatten im neuen Rasen versenkt.... Wochenlang schufteten die Männer im Vorgarten. Oft mit den Gedanken ganz woanders, denn unser Tildchen wurde schon Ende Mai wieder sehr krank, ein neuer Schub ihrer Krankheit setzte ein, den wir mit allen Mitteln den ganzen Juni zu verhindern, abzumildern versuchten... Während die Männer im und am Vorgarten arbeiteten und abends kaputt waren, versorgte ich Minimaus quasi rund um die Uhr und schlief unten im Wohnzimmer, damit das Mäuschen nicht eine Sekunde alleine und ohne Aufsicht war.

Anfang Juli, als es so irre heiß war, fuhr Micha wieder zusammen mit den Leuten der Tierschutzstiftung nach Ungarn. Es waren Tildchens letzte Tage, sie starb am Abend des 6. Juli, als Micha aus Ungarn gerade wieder zuhause war. Sie hatte auf ihr Herrchen gewartet und nahm Abschied von ihm, so wie sie von uns allen schon kurz zuvor Abschied genommen hatte.

Doch weil das alleine nicht genügte, "himmelte" sich fast zeitgleich der Motor von Björn´s Astra. Da das Fahrzeug aber sonst noch super gut in Schuß ist, beschloßen wir, es bekommt einen Austauschmotor. Gar nicht so einfach etwas vernünftiges zu finden, das auch bezahlbar war. Doch auch das gelang uns. Der Astra rollte Anfang August wieder und zwar nach Wacken aufs Festival.

Ebenfalls im Juli bekam das Tierheim in Rumänen von uns wieder eine Autoladung voller gesammelter Sachspenden. Die Smeura beherbergt im Schnitt 3000 - 3500 Hunde, die versorgt sein möchten. Da ungewiß war, ob und wann wir wieder einmal nach Ungarn fahren würden, gaben wir gern wieder einen Teil des Futters und der Decken an die Rumänen ab.

Das ziemlich zerschundene, 8 jährige Zwergdackelchen "Nina" kam Mitte Juli zu uns in Pflege und besetzte Tildchens so furchtbar leeren Sofaplatz neu. Noch kleiner, noch zierlicher und vor allem sehr, sehr ängstlich und geduckt präsentierte sich diese rote Zwergin uns in den ersten Tagen.

Nur eine Woche später fand das 1. große Forentreffen der Hunde-Oldies in Waghäusel statt. Das Treffen war ein voller Erfolg und ausgesprochen heiter. Wenn uns auch das unbeständige Wetter stets auf Trab hielt, so waren es doch 2 herrliche, fröhliche Tage im Kreise lauter lieber Menschen. Klein Nina war auch dabei und gründete hier bereits einen eignen kleinen Fanclub. Sie taute von Minute zu Minute mehr auf, umgarnte alle Leute und schlich sich langsam, heimlich, still und leise immer mehr in Michas Herz hinein. Ende Juli, Anfang August war es dann klar, diese sehr zarte Dackeline würde für immer bei uns bleiben...

Durch Tildchens Ableben bekamen wir Anfang August, nach über einem Jahr, endlich wieder Kontakt mit der Station in Szekszart. Eine simple E-Mail brachte nun etwas ins Rollen, von dem wir zu Beginn von 2008 noch nicht die geringste Ahnung gehabt hatten. Wollten wir es doch schon zum Beginn des Jahres aus finanziellen Gründen in 2008 ein ganzes Eck langsamer und ruhiger angehen was Ungarn betraf - so entwickelte sich nun ein reger Kontakt zwischen der Station in Szekszart, Monika und uns. Bereits Ende August rollte Michas Auto beladen mit Decken, Futter und allerlei anderen nützlichen Dingen für Tier & Mensch nach Szekszart. Wir hätten die Kosten für die Fahrt nicht selbst aufbringen können. Deshalb suchten und fanden wir nette Sponsoren fürs Benzin und die Mautkosten.

1 Woche vor der Fahrt fiel beim VW-Bora die Klimaanlage aus.. kurzfristig war da nichts zu machen, die Teile mußten erst bestellt werden. Die Kosten der Reparatur würde zwischen 450.- bis 600.- Euro liegen.

Wir hielten schon seit Anfang des Jahres 2007 losen Kontakt zu zwei deutschen Tierheimen in unserer Nähe und auf diesem Weg konnten bei dieser Fahrt im August  5 "besondere" Hunde nach Deutschland kommen. Alle 5 Hunde (gehandicapt / alt )  konnten recht kurzfristig gut vermittelt werden. Ein schöner Erfolg.

Zusätzlich zur Planung und Durchführung der August-Fahrt kamen nun auch wieder Mails aus Ungarn, in denen für bestimmte Hunde sogenannte Lebenspaten gesucht wurden. Wir haben es tatsächlich geschafft und für alle diese Hunde in Deutschland Patenschaften gefunden. Diese Tiere sind nun wieder für 1 Jahr gesichert und versorgt.

Dank Moni, einer sehr lieben Userin unseres Forums, gab es nun endlich ein vernünftiges Format für unsere Flyer. Ich hatte es vergeblich versucht das ganze in PDF-Format zu bekommen und somit in eine druckfähige Version. Für Moni wars eine Sache von rund 10 Minuten - für mich ein tagesfüllendes Programm. Aber, man muss ja nicht immer alles selbst machen können.. der Eine kann eben dies besonders gut, der Nächste eben was anderes.

Mitte August fand das große Treffen der Cocker-Rettung statt, auf das wir uns schon so lange freuten. Wir lernten endlich all jene Leute mal live kennen, mit denen wir per Forum seit 3 Jahren Kontakt hielten. Ab und zu, wenns es zeitlich und von der Entfernung her passt, machen wir für die Cocker-Rettung e.V. die eine oder andere Vorkontrolle, oder helfen eben auch anderweitig mit. Der Tag in Bebra war auch für unsere Spenden-Sammel-Aktion sehr gut gelaufen. Zahlreiche Flyer fanden an diesem Tag ihre Abnehmer.

Ende August besuchten wir mit unseren Oldies das Sommerfest des Vereins "Tiere & Menschen e.V." aus Frankfurt. Auch hier fanden unsere Flyer reissenden Absatz. Zu diesem Verein halten wir seit Mitte 2007 Kontakt und konnten dort inzwischen gute Verbindungen aufbauen. 

Zu Beginn des Septembers lief in Biebesheim das Mittelalter-Spektakel der Heimdalls-Erben. Das konnten und wollten wir uns nicht entgehen lassen und verbrachten dort einen herrlichen Tag. Wir lernten die Macher des Spektakels kennen , Claudia & Holger Hörstkamp - sehr im Tierschutz engagierte Leute. Auch hier, am Rande der Veranstaltung verteilten wir unsere Hinweiszettel auf unsere "Sammelwut" bezüglich Futter & Decken für notleidende Hunde in Ungarn.

Am 3. Oktober fand das Tierdankfest des Tierschutzverein Pfungstadt e.V. statt. Auch ein Termin, den wir sehr gern wahrgenommen haben. Ein toller Tag, bei dem alle unsere Hunde dabei waren und immer im Wechsel mit uns über den Platz gingen. Wir hatten zu dieser Zeit auch Nessi bei uns, die auf Urlaubspflege bei uns war. Dieser hektische Quirl bringt alles auf Trab und hatte an diesem Tag jede Menge Hunde zum spielen.

Mit Skekszart war ausgemacht, dass wir wohl im Oktober noch einmal fahren würden, sofern sich für diese Fahrt wieder Benzin / Mautsponsoren finden lassen würden und natürlich Plätze für 5 weitere "besondere" Hunde, deren Unterbringung gar nicht so einfach ist. Bis 5 Tage vor der Fahrt hatten nur 3 Hunde einen fest zugesicherten Platz in einem Tierheim, dann kam die Nachmeldung für einen weiteren Hund herein, somit waren 4 von 5 Hunden unter. Fast sah es so aus, als würde Dugo, eine alte Hündin, vorübergehend bei uns einziehen müssen - als die Platzzusage für sie vom 2. Tierheim kam. Alle 5 hatten nun einen sicheren Platz in deutschen Tierheimen. Dugo benötigte ihren TH-Platz dann aber doch nicht, sie zog direkt in ihr neues Zuhause ein, dass sich für sie nur einen Tag vor der Oktober-Fahrt ergab. Hier fanden 4 von den 5 mitgebrachten Hunden inzwischen ein gutes Zuhause.

Seit Ende Oktober machte Lady uns Kummer, unser alte gescheckte Dame frass nicht mehr gut, mäkelte sehr und übergab sich ab und zu, hinzu kam 2 Tage lang Durchfall. Zunächst dachte man an das Naheliegende - nämlich einen Infekt. Sie fing sich wieder, mäkelte aber weiterhin beim fressen, etwas was wir von ihr gar nicht kannten..

Pünktlich zum 1. November startet der Weihnachts-Spenden-Marathon zugunsten der Ungarnhunde und eines auf Endpflegestelle befindlichen, alten Dackelchens. Danke auch hier an die Sponsoren, ohne die dieser Schreibmarathon auch dieses Jahr nicht hätte stattfinden können.

Toby, einer der "besonderen" Ungarnhunde, die wir im Oktober mitgebracht hatten, brauchte Anfang November eine erneute OP an seinem Beinchen. Bei dieser OP stellte man fest, das Bein ist trotz bereits 2 erfolgter Operationen nicht mehr zu retten.. das kleine Tierheim, dass den seinerzeit böse humpelnden Toby aufgenommen hatte, bat um Geldspenden für diese sehr teure Operation. Da wir Toby mitgebracht hatten und wußten er hatte in Ungarn einen Autounfall gehabt - fühlten wir uns natürlich auch ein Stück weit mit in der Pflicht. Wir sammelten bei Freunden, Verwandten, Bekannten jeden Cent den wir kriegen konnten und fragten bei unseren Spenden-Marathon-Schreibern & Sponsoren, ob wir einen Teilbetrag vom Marathon zu dieser OP zugeben dürften. Wir durften! Am 28. November konnten wir im Namen aller Beteiligten insgesamt 604 Euro und 72 Cent dem Tierheim übergeben. Danke an dieser Stelle noch einmal an alle, die hier etwas dazu gegeben haben oder als Marathon-Beitrags-Schreiber mitgeholfen haben, diesen recht hohen Betrag zusammen zu tragen. 

Anfang November beschloß nun auch der VW-Bora, unser einziger Diesel, unser Ungarn-Auto, das er nun genug habe. Der Motor versagte den Dienst, zunächst fuhr Micha nun Leihwagen, bis sich für den Bora Ersatz gefunden hatte. Den Bora noch einmal zu reparieren hätte sich nicht mehr gelohnt, zuviele Kilometer waren bereits auch auf der Karosserie und allen anderen Teilen, so dass dies wohl in der Zukunft nur noch eine Fortsetzungsserie von Reparaturen gegeben hätte. Der Verkauf des Bora deckte nicht einmal mehr die Anschaffungskosten des gebrauchten, aber sehr guten Mondeo ab.

Mitte November sprangen wir kurzfristig für eine Fahrt in die Slowakei ein, was nur ging, weil es ein gutes Zusammenspiel aller Beteiligten gab. Drei kleine Hunde konnten gerettet und nach Deutschland gebracht werden, wo sie nun ein gutes Leben führen können.

Da sich Ladys Mäkelei beim fressen bis weit in den November zog und sie immer weiter abnahm, dabei aber munter und fröhlich war, liesen wir sie schließlich wieder einmal gründlich durchchecken. Lady, unsere Diabetikerin, hatte ein massives Nierenproblem. Viele Diabetiker haben Probleme mit den Nieren - nun also auch unsere alte Hundedame. Ab Mitte November kämpften wir, gemeinsam mit ihr, um ihr Leben..

Ladys Behandlung wurde Anfang Dezember sehr intensiviert, ihre Nieren standen kurz vor einem Kollaps, wir griffen nach jedem -vielleicht noch einmal Rettung bringenden- Strohhalm und doch, sie verlor diesen Kampf am 11. Dezember in den frühen Abendsstunden.

Am gleichen Tag, allerdings am Vormittag, betrat auch mein ehemaliger Pflegehund "Chocco" die Regenbogenbrücke, er verstarb an seiner Leishmaniose-Erkrankung. Der 11. Dezember ´08 war also ein rabenschwarzer Tag für uns alle..

Mitte Dezember bekamen erneut die Rumänen eine Autoladung Futter & Deckenspenden übergeben. Der Winter in der Smeura ist hart.. auch dort hat es viele alte, behinderte und schwache Hunde, die sich über jeden Krümmel Futter und eine warme Decke freuen.

Am 20.& 21. Dezember war Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt in Biebesheim. Da wir nun inzwischen mit den Veranstaltern einen guten Kontakt haben, liesen wir uns auch diese schöne Veranstaltung nicht entgehen. Claudia Hörstkamp sammelte auf dem mittelalter Weihnachtsmarkt für Tasso e.V. und am Eingang des Marktes befand sich ein Stand vom Tierschutzverein Pfungstadt e.V., der ebenfalls sehr gut besucht war.

Am 23. Dezember kehrte Lady in Form einer Urne nach Hause zurück... und pünktlich zum Weihnachtsfest streikte nun auch mein Opel Omega - die Reparatur konnte aber recht zügig erledigt werden. Er rollt schon wieder.

Der Spenden-Marathon endete am 24.12.08 mit einem Spitzenergebnis von 1395,12 € zugunsten der Ungarnhunde und dem Endpflegedackel.

 

Fazit aus dem Jahr 2008:

viel Arbeit im Haus und auf dem Grundstück und mit den Hunden gehabt
2 eigene, alte Hunde innerhalb von 5 Monaten sterben sehen
viel, sehr viel Geld in die Behandlungen unserer kranken Tiere gesteckt
1 kleiner, armer Hund neu hinzugekommen
1 Platz bleibt leer (zumindest vorerst)
1en ehemaligen, ans Herz gewachsenen, Pflegehund verloren
3 Autos in 12 Monaten gründlich "geschlachtet", 2 davon wieder repariert, 1 davon durch ein anderes gebrauchtes Fahrzeug ersetzt.
sehr viel Geld in die Fahrzeuge gesteckt, ohne die es nun mal nicht geht.
12 Ungarn-Hunde mit Patenschaften versorgt
19 Ungarn-Hunde in ein neues, besseres Leben gebracht.
10 davon im "Alleingang", nur mit Hilfe von Ungarin Monika und 2 kleinen Tierschutzvereinen, sowie den Benzin-Sponsoren.
4 Fahrten nach Ungarn durchgeführt, davon 2 nach Szekszart.
in 12 Monaten mehrere Tonnen Futter & Decken & anderes Zubehör zusammen gesammelt
4 mal das Auto damit vollgepackt und nach Ungarn gefahren
3 Verladungen für Rumänien bereit gestellt
1 Fahrt in die Slowakei "gerettet" und dabei
3 Slowakei-Hunden geholfen.
Viele verschiedene Veranstaltungen besucht
Viele Stunden in Vorlaufarbeiten investiert
1 Spendenaktion für Toby angeleiert.
den Spenden-Marathon 2008 überwacht.
viel telefoniert, arrangiert, improvisiert -kurzum viel Hektik gehabt...

und das alles noch zusätzlich zum Vollzeit-Job...

und trotzdem, irgendwie ist 2008 ein gelungenes, wenn auch für uns sehr trauriges und ausgesprochen pech behaftestes, teures Jahr gewesen..

Ich danke noch einmal allen Sponsoren & Sachspendern für alles was sie für die Tiere im In- und Ausland getan haben, ohne Euch hätte es nicht funktioniert.

Ein Danke an die beiden Tierheime, die "unsere" Ungarnhunde bei sich aufnahmen und bis zur Vermittlung versorgten.

Ein Danke auch an meine Familie, die wieder einmal mit uns für die Tiere am selben Strang gezogen hat. Zeit, Nerven & Material geopfert hat, jedesmal den Schulterschluss zeigte, wenn es einem unserer eigenen Tiere nicht gut ging, oder es im Tierschutz irgendwo klemmte.

Ein Danke an Monika & Gabor aus Ungarn, die alles in die Wege geleitet haben, um die Tiere reisefertig zu machen.

Wir danken allen Freunden und Bekannten für ihr Verständnis, wenn es im Jahr 2008 hieß: "Geht nicht, keine Zeit.." und für ihre Unterstützung bei Ladys Behandlung und ihre Mitarbeit bei Dingen die ich und Micha einfach nicht können.

Wir wünschen uns für ALLE, Mensch wie auch Tier, dass 2009 ein deutlich besseres Jahr wird.

In diesem Sinne, allen einen guten Rutsch, kommt gesund rüber und wir lesen uns in 2009 wieder!

 

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