Ungarnfahrt Oktober 2008

Noch am 12.Oktober sah es nicht gut aus mit unseren Futterspenden, wir hatten kaum etwas beieinander, knapp 35 Kilo, das war alles. Aber fast leer fahren wollte Michael auch nicht. Darum erging am 13.10.08 der Rundruf an alle Sammelstellen, ob man noch etwas am Lager liegen habe, was man kurzfristig entweder noch bringen / schicken oder abholen lassen könnte.. da wir erst gute 8 Wochen zuvor gefahren waren, erhoffte ich mir nicht viel von meinem Rundruf und doch - die Resonanz war sehr groß: Am Donnerstag Nachmittag sammelte ich noch runde 300 Kg Futter und Decken ein. Auch von Außerhalb gab es noch Unterstützung und größere Futtermengen.

 

Micha am Abend vor der Fahrt.   Unter der Box im Hintergrund ruht gut verpackt der kleine Öl-Radiator von Susanne und Ralf, der nun Wärme in der Quarantäne-Station spendet.

Mit seinem mit Futterspenden und Decken vollgepackten Kombi startet Michael dann alleine in den frühen Morgenstunden des 18. Oktober in Richtung Ungarn. Die Fahrt verlief problemlos. Das Auto rollte, dank guter Wartung und Pflege durch unsere Werkstatt, ohne Mucken und Macken die lange Strecke ab.

Diesmal traf man sich in der Station von Szekszart mit Monika und Gabor zum ausladen der Spenden. Dort staunte man wieder einmal mehr, was so alles in einen stinknormalen Kombi passt, wenn er vernünftig geladen ist - ohne dabei überladen zu sein. Mehrere Stapel Decken und mehrere Stapel Futter türmten sich im Anschluß ans Abladen in einem Raum auf. Auch eine elektrische Heizung war mit nach Ungarn gefahren - sie dient nun im Quarantäneraum und macht dort das Leben für die ohnehin kranken Tiere etwas angenehmer. Danke an Susanne & Ralf für diesen Öl-Radiator! Er leistet dort nun gute Dienste.

Wieder waren 5 Hunde für uns reserviert und bereits Reise fertig gemacht worden Und wieder waren es Tiere, die in Ungarn keinerlei Chance mehr gehabt hätten. Sie sind entweder behindert, verstört oder alt. Olga, die auf den Bildern des letzten Berichtes schon zu sehen war, durfte mit. Die kleine, furchtbar dicke und schon recht betagte Dugo und die völlig verschüchterte kleine Lily, die bei ihren toten Jungen gefunden worden war und seit dieser Zeit in einer Art eigenen Welt lebte. Ein junger -aber mit einer starken Kieferfehlstellung belasteter- Rüde Namens Kobold und zu guter Letzt noch der kleine Toby, dessen Bein bei einem Unfall fast völlig zerstört worden war. Er war schon zweimal operiert und würde wohl auch in Zukunft für immer humpeln.  Für 4 Hunde hatten wir bereits seit einigen Tagen die Zusage von einem deutschen Tierheim - nur die kleine, dicke Dugo war zunächst noch übrig. Sie hätte aber dann zum Verein Menschen & Tiere gekonnt, dort wartete man nun auf sie. Und dann kam es anders: Sie fand als erstes ein nettes Zuhause. Nicki, meine Freundin, schickte eine ältere Dame und es wurde schnell klar: wenn ein Hund das Paradies auf Erden sucht - dann findet er es dort!  Dugo zog am 19.10.2008 am frühen Abend zu der Dame und lebt fortan als 2. Hund. Ihr neuer Weggefährte ist eine 17 Jahre alte kleine Hündin, die sich sofort mit Dugo anfreundete. Dugo ist also in unserer Nähe geblieben.

Die Rückfahrt klappte am 19.10.08 ohne Probleme. Relativ müde kam Micha am frühen Abend hier an, wir luden aus. Die Hunde waren alle munter und fröhlich. Olga war sofort der Star der Truppe - sie himmelte sofort Kirsten an und Kirsten sagte spontan: "Wenn ich Platz hätte, die wäre mir!" Olga blieb nicht lange im Tierheim, sondern zog in einen Hunde-Traum. Der Traum umfasst neben Frauchen und Herrchen ein riesen Waldgrundstück, ein Haus in das sie ein und aus gehen darf wann immer sie möchte und ein 12 Jahre alter Dackel als Weggefährte rundet den Traum für Olga ab. Die Jagdhündin hat einen 6er im Lotto gemacht! Besser konnte es für sie nicht kommen.

Auch die scheue Lily fand recht zügig ein neues Zuhause. Das neue Frauchen ist den ganzen Tag zuhause und Lily ist die Prinzessin im Haushalt. Die eigene Welt ist vergessen, Lily ist fröhlich, munter und zugänglich zu allem Neuen geworden. Sie hat mit Auszug aus der Station alles Schlimme hinter sich gelassen und wird immer mehr zu einem normalen, fröhlichen Familienhund.

Der kleine Kobold hat sich ebenfalls innerhalb kurzer Zeit die Herzen zweier junger Leute erobert und lebt nun im vorderen Odenwald. Hier kann er lernen, was ein junger Hund alles fürs Leben braucht. Er ist Einzelhund und genießt die volle Aufmerksamkeit seiner neuen Leute sehr.

Nur der kleine Toby macht Kummer. Der kleine, fröhliche Hund lief in den nachfolgenden Tagen zusehends schlechter, schonte sein verunfalltes Beinchen schon bald wieder völlig und trat gar nicht mehr auf. In einer dritten OP (diesmal in BRD)  stellte sich heraus, dass der kleine Hund - sollte er sein Beinchen behalten dürfen - nie mehr schmerzfrei laufen könnte, geschweige denn überhaupt schmerzfrei leben. Das Bein war zu sehr zerstört und innerlich entzündet, alle Versuche ihm in Ungarn das Bein zusammen zu flicken, zu erhalten und zu versteifen waren gescheitert. Das deutsche Tierheim fällte die schwere Entscheidung und stimmte einer Amputation zu. Nun, wo er dreibeinig durchs Leben geht - flitzt er recht fröhlich herum, laufen auf drei Beinen ist für ihn ja nichts ungewöhnliches. Er zeigt deutlich, dass es ihm nicht schlechter als vorher geht, ganz im Gegenteil! Toby befindet sich zur Zeit auf einer liebevollen Pflegestelle und ist dort der kleine Star.

Für dieses Jahr war das unsere letzte Fahrt.

 

Wir sagen Danke

für die zahlreichen Futter, Zubehör & Deckenspenden:

Susanne & Ralf Iff, "Angie", Renate Nowara, Renate Schwadtmann, RA Dieter, Tracey Geissler, "Darinka", Adriana C. , Claus Jungen, Thomas Wittig, Hundeschule Britschgi, Fa. Wonneberger, Herr & Frau Wannemacher, Karin Diel, Heidrun Bunte, Ingrid Fränzen, Andreas Hellmig, Frau Thurfeld.

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Wir sagen Danke

für das Benzin-Sponsoring (ohne das diese Fahrt nicht hätte statt finden können)

Lektoratsbüro Großpietsch, Ober-Ramstadt 
Millennium Group, Egelsbach  
Schäfer KG, Siegen 

(die Benzinabrechung geht Euch in den nächsten Tagen schriftlich zu)

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Wir sagen Danke,

für die kostenbegünstigte Wartung unseres Fahrzeuges und die kostenfreie Montage der Winterreifen:

Kfz-Meisterbetrieb Fa. Kostomanolakis, Pfungstadt (Auto-Ersatzteilhandel, Gebrauchtwagenhandel)

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Nachfolgend noch ein paar Bilder der Oktoberfahrt.

Der Tachostand vor der Fahrt:

.... voller gehts nicht.. runde 470 Kg (Gesamtgewicht!) Futter und Decken und Zubehör sind in diesem Kombi

in den Boxen, auf den Boxen, im Beifahrer Fußraum stapeln sich Futtersäcke, Kissen, Decken und anderes.

 Beladenes Auto:  

  

 

eine absolut freie Strecke

Das Futter ist abgeladen, soviel war in dem kleinen Kombi drin, über 300 Kg nur Futter:

 

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Es ist unendlich schwer, zu sagen: "Du darfst mit und du bleibst hier.." Wenn solche Augen fragen: Dürfen wir mit?

  

  

und da sage mal einer "Nein!"  Vielleicht das nächste mal.. wenns denn geht.

Blick von oben in eine der Betonboxen:  das ist eine ältere Rauhhaar-Dackeline, sie hatte die

Dackellähmung  kann aber inzwischen wieder gut laufen.

Der nächste Morgen: Tränen beim Abschied von Olga.. die Betreuer hängen an jedem einzelnen Hund.

 die kleine, dicke Dugo (links) im neuen Zuhause, mit ihrer neuen 17 Jahre alten kleinen italienischen Weggefährtin.

Tachostand bei Fahrt Ende.  dieses mal sind es rund 90 Kilometer weniger, da wir nicht noch zusätzlich bis nach Frankfurt & zurück fahren mußten.

sonstige Impressionen aus der Station

 ein kleiner brauner Hund und 2 schwarze Oldies (6 Jahre) , die ihre kostbare Lebenszeit mit warten auf ein Wunder verbringen...

 

auch diese beiden Wuffs warten und warten und warten ..

 auch in diesem Jahr wieder, die Welpenschwemme.

 letzte Sonnenstrahlen geniessen.

Tagesausklang...

 

 

******* Ende ******

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